Länderbahn Forum

 

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Friday, 02. April 2004

Länderbahn Forum 3/00

Inhaltsverzeichnis:

1.   Kurz belichtet
2.   Umbau von Industriemodellen für die Epoche I (Teil 3)
3.   Vorbildgerechter Gleisbau für Bayern-Fans
4.   Signalgeschichte der Länderbahnen: Signale der OSE von 1847
5.   Interessante Länderbahnprodukte
6.   Fragezeichen
7.   Die italienische Länderbahngeschichte, fünfte Periode, Teil 2                                                                                           8.    Eurospoor 2000 in Utrecht                                                                                       

 

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Liebe Länderbahnfreunde,

ich muß gestehen, daß ich von den vielen positiven und ermunternden Zuschriften, in denen ich gebeten werde um nicht mit dem Länderbahn Forum zu stoppen. überwältigt bin.

Beim Durchlesen Ihrer Briefe und emails habe ich viele zustimmende, verständnisvolle und er-klärende Reaktionen erhalten. Auch haben mich eine Reihe von Artikeln bzw. Ankündigungen von Artikeln erreicht, wodurch mein Entschluß schnell feststand: Ja, ich mache weiter, auch im nächsten Jahr wird es ein Länderbahn Forum geben!

Ich hoffe, daß Sie sich hierüber freuen werden. Viele Angebote zur Hilfe bzw. Mitarbeit haben mich erreicht, auf die ich wohl in der kommenden Periode zurück greifen muß, da mein Arbeits- und Privatleben eben nicht unter dem Hobby und dem Forum leiden soll und darf.  Bleibt mir an dieser Stelle nur noch das folgende zu sagen: VIELEN DANK für Ihre freundlichen und aufmunternden Zeilen und ich freue mich bereits auf die kommende Periode des LBF.

Mit viel Elan beginnt dann auch gleich die Bastelsaison 2000. Das LBF organisiert im Herbst 2000 gleich zwei workshops:

Den bereits traditionellen Lötworkshop in Karlsruhe am Wochenende des 21./22. Oktober, gefolgt von einem Modulbauworkshop in Utrecht am ersten Dezemberwochenende. Für jeden etwas, sollte man meinen. Falls Sie Interesse haben, aber sich noch nicht angemeldet haben sollten, dann sollten Sie jetzt nicht länger zögern, den die Teilnehmerzahl ist beschränkt um den Effekt zu optimalisieren.

Was gibt es noch? Vor Allem die Gleisselbstbauer von vorbildgerechten LB-Schienen haben sich in den letzten Wochen auf der egroup des LBFs in den letzten Wochen aktiv diskutiert, wie dieses Thema durch Eigeninitiative weiter voran getrieben werden kann. Auch hierzu finden Sie einiges an Artikeln in dieser Ausgabe des LBF.

EUROSPOOR: DIE GRöSSTE MODEL-LEISENBAHNSCHAU EUROPAS

Auf dieses Ereignis in Utrecht will ich Sie noch aufmerksam machen:

Einzigartige Modelle auf 20.000m2 Ausstellungsfläche. Umfangreiche Sammlungen von Weltklasse mit vielen Tausenden Miniaturlokomotiven von bekanneten und weniger bekannten Marken sind auf der Veranstaltung zu finden. Manche Modelle sind nicht grösser als der kleine Finger, andere sind zentnerschwer. An den Ständen der Aussteller aus dem In- und Ausland können Sie aber nicht nur wertvolle Informationen erhalten, sondern auch zu äusserst günstigen Preisen Modelle und Zubehör kaufen. Ausserdem gibt es einen grossen Modellbahnmarkt von 800 m Länge, auf dem Teilnehmer gebrauchte Eisenbahnen und Sammlerstücke zum Tausch oder Kauf anbieten.

Öffnungszeiten:

Freitag 17.November 2000:    11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Samstag 18. November 2000: 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Sonntag 19. November 2000: 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene     fl 20,00

Vielleicht finden Sie ja die Gelegenheit um meine schöne Heimatstadt einmal zu besuchen. Eurospoor ist die Gelegenheit! Falls Interesse besteht könnten wir uns ja als Gruppe treffen und einen kleinen “LBF-Stammtisch” organisieren. Bitte melden Sie sich einfach bei mir wenn Sie Eurospoor in Utrecht besuchen wollen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun viel Lesevergnügen! Das nächste LBF erscheint übrigens noch vor den Weihnachtsfeiertagen!

Mit freundlichen Grüßen aus Utrecht,

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KURZ BELICHTET

Modulbau: Ein Kommentar von Herrn Carsten Linow:

Ich finde die Aktion der Länderbahnmodule sehr gut. Da ich im Moment in einer US-Modulgruppe sehr aktiv bin, werde ich mich zwar derzeit nicht mit einem eigenen Modul beteiligen, aber... kommt Zeit kommt Tat.

Ich habe aber ein paar Anmerkungen zur Wahl der Module.

Generell würde ich eine durchlaufende Modullandschaft der Option der "Blackbox" vorziehen. Ich denke die "Blackbox" ist nicht viel mehr als ein Verbinder für Einzel-Eisenbahnanlagen.
In meiner US-Modulgruppe bemerke ich immer wieder welch gelungene Wirkung aufeinander abgestimmte Module als Gesamtes haben können. Insbesondere meiner Vorliebe für lange Züge wiederspricht die Wahl einer "Blackbox". Stelle man sich mal einen schönen Güterzug vor, gezogen von einer Doppeltraktion aus Fleischmanns G8 & G8.1, dahinter 20-25 2-Achsige Güterwagen, also ein Zug mit ca. 2,9m Länge - noch nicht bedeutend lang.

Wie sieht dieser Zug nun auf einer Modulanlage aus:
Bei einer normalen Modulform, egal ob Fremo-Euro oder einer anderen, würde der Zug eine Betriebsstelle durchlaufen, würde dann über einige Streckenmeter rollen, wo der Zug noch besser zur Geltung kommt als im Bahnhof und erst dann in eine weitere Betriebsstelle einlaufen. Zugegeben, es sind hier sehr viele Streckenstücke erforderlich, die Module wirken aber als Ganzes.

Bei den "Blackbox" - Modulen würde der Zug aus dem Bahnhof in Bayern rollen, ein Stückchen Strecke fahren und in der Box verschwinden. Auf der anderen Seite kommt der Zug schon aus dem "Tunnel" in den Oldenburger Bahnhof während er hinten noch in Bayern ist.Ich gebe zu, etwas überspitzt zu schreiben, aber ich denke so wird mein "Problem" mit dieser Modulart deutlich. Ich verfolge gerne die Züge über lange Strecken und freue mich darüber, wenn ein Zug sich von einem Bahnhof zum Anderen schlängelt.

Und ich befürchte, dass bei der Blackbox Bauweise die Streckenstücke zu kurz kommen, da Betriebsstellen viel interessanter zu bauen sind und die Transportfrage immer arge Beschränkungen auf die Phantasie des Modellbahners legt.

Wir stellen uns in unserer Gruppe dem Problem Strecke zweierlei entgegen:

Durch direkte Verbindung der Module als eine Landschaft versucht man von sich aus schon möglichst viel Strecke zwischen die Betriebstellen zu bekommen.

Durch unsere Normen, angelehnt an die Grundforderungen der Fremo-US aber deutlich erweitert. So z.B. hat jeder pro Meter Betriebstelle einen Meter Strecke zu bauen. Im Hinblick auf größere Lokomotiven bzw. höherwertige Züge sollte man bei der Wahl des Modulkopfes auch mit dem Gedanken an eine zweigleisige Variante spielen, evtl. als Alternative zusätzlich zu einem Eingleisigen. Dies teilt zwar die verfügbaren Module in zwei Gruppen, es wird aber die Akzeptanz des Ganzen sicherlich heben, da auch die Betreiber der Klassen S3/6, S10 o.Ä. zu ihrem Recht kommen.

Wir fangen den Prozess einer zusätzlichen zweigleisigen Strecke bei uns grade an, da jeder in seiner Sammlung nicht nur die verwendbaren kleinen Nebenbahnlokomotiven hat, sondern auch immer einige reine Hauptbahnmaschinen, die im US-Bereich erst dann richtig wirken, wenn sie in Rudeln von 3 oder 4 Maschinen auftreten. Dazu gehören dann min. 30 Wagen. Jetzt möge man sich einen solchen Zug mit 18.000 PS und Metern an Wagen mal auf einer eingleisigen Nebenbahn vorstellen... ( eine S3/6 mit dem Orient-Express hat in Torfmoorholm ja auch nichts verloren.

Weitere Vorschläge von Herrn Linow sind:

Ich würde gern Diskussionsrunden zu verschiedenen "Weltanschauungsproblemen" anregen.

Kupplung

Welche Kupplung wird verwendet und warum bzw. welche Erfahrungen hat man damit gemacht? Ich rüste grade meine komplette Sammlung auf die Kadee Kupplung um.

Dafür sprechen für mich:
Das sehr sanfte einkuppeln
Die Möglichkeit einen Wagen aus dem Zugverband herauszuheben
Die relativ günstigen, vollständig versteckten Entkuppler
Die Möglichkeit der Vorentkupplung
Das zierliche Aussehen

Dagegen, aber nicht so entscheidend für mich:
Der relativ hohe Preis der Kupplungen
Die fehlende Kurzkupplung (kann man durch enge Kupplungen entschärfen)
Der teilweise umständliche Einbau in Fahrzeuge ohne NEM-Schacht.

Digitale Zugsteuerung

Wird, und wenn ja welches Digitalsystem verwendet? Ich betreibe sowohl den US-Sektor als auch meine (bisher umgerüsteten) Lokomotiven der Länder- und Reichsbahn mit Lenz-Digital.

Dafür:
Die gute Verfügbarkeit auch von technischer Unterstützung
DCC System, daher Decoder anderer Anbieter verwendbar
Handregler als Walk-Around
Einfacher Systemaufbau mit wenigen Geräten
Vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Dagegen:
Teilweise lange Ankündigungszeit bei Neuentwicklungen (für den Betrieb ja aber nicht schlimm)
Welche Konfigurationen am Decoder wurden wie verstellt?

Umbauten

Wie wäre es mit einem Aufruf an alle, die schon Maschinen auf Faulhaber und/oder Digital umgebaut haben, einen kurzen Bericht darüber zu bringen.

Schwerpunkt auf:

Welchen Motor verwendet?
Was für Änderungen waren zum Einbau nötig?
Welchen Decoder verwendet (und warum dieser)?
Wohin mit dem Decoder?
Welche Änderungen an Verkabelung / Platine durchgeführt?
Welche Sonderfunktionen wurden wie verwirklicht?

Ich finde diese Themenbereiche ebenfalls sehr interessant. Wer meldet sich hierzu?


Vorbildegerechter Gleisbau für Bayern-Fans in H0

Ein weiteres sehr aktuelles und interessantes Gebiet ist der Schienenselbstbau. Wer in den letzten Wochen die Beiträge auf dem LBF Internet-Diskussionsforum verfolgt hat, weiss daß sich zur Zeit einiges hierzu tut. ich will hier nochmals den ursprünglichen Aufruf von Herrn Wolfgang Münster abdrucken mit der Bitte daß Interessenten direkt reagieren:

Hallo Gleisbau-Interessenten,

nachdem das Thema in den letzten Tagen bereits heftig diskutiert wurde, würde ich um Resonanz bitten, wer an exakt maßstäblichen BAYR. 1:87-Gleisbauteilen interessiert ist.

Da wir mittlerweile schon einige Interessenten haben, die konkret und verbindlich mit bayr. Schienen der Form IX und/ oder X bauen wollen, und die Kosten reziprok mit der Anzahl der zu produzierenden Bauteile sinken, hoffen wir auf rege Teilnahme.

Um konkret zu beziffern, wie hoch der Aufwand sein wird,muss noch abgeklärt werden, was im einzelnen geplant und gebaut wird. Klar ist allemal, da wir DEUTLICH unter den Preisen der von Kosak angebotenen Weichenbaustze liegen werden. Das geht natürlich nur deshalb, weil wir keine kommerziellen Zwecke verfolgen. Also wer sich angesprochen fühlt, möchte sich bitte bei mir melden, wenn möglich unter Angabe was gewünscht ist, geplant wird oder wenn schon konkret bekannt, dann bitte um folgende Angaben:

gerade Strecke in cm
Weichenformen und deren Stückzahl

Wenn ich genug Interessenten habe, werde ich bei egroups eine Gleisbauliste anmelden, damit wir uns untereinander schnell und einfach unterhalten können, ohne die anderen LBF-Listenleser damit zu belästigen.

Wer mit Angaben oder Hinweisen bzgl. bayr. Oberbau-Formen, Weichenzeichnungen oder sonstigen Unterlagen dienen kann, möchte sich bitte bei mir melden.

Spur Z Gleis zum Selbstbau

Dieser Aufruf ist speziell an diejenigen gerichtet, die gerne selbst den Bau von vorbildgerechten Gleisen anstreben. Ich bin zur Zeit in Kontakt mit der Firma Märklin um eine begrenzte Menge des Gleisprofils Ihrer Spur Z Gleise zu erhalten. Diese einmalige Aktion ist aus einer Diskussion auf dem Internet entstanden, wobei der Selbstbau von Gleisen intensiv propagiert wurde.

Um den Aufwand für diese Aktion auf beiden Seiten (bei Märklin als auch bei mir) so gering wie möglich zu halten, möchte ich von Ihnen gerne wissen ob Sie Interesse haben an diesem Gleisprofil haben und falls ja, in welchen Mengen. Der Preis ist leider noch nicht bekannt, wird aber sicher in einem akzeptablen Rahmen sein.Bitte lassen Sie mich bei Interesse möglichst schnell wissen wieviel Meter des Profils Sie verbindlich haben möchten (1 Meter = 1/2 Meter Gleis). Ich kann nicht garantieren daß später das Profil noch frei verfügbar sein wird. Bitte beachten Sie auch, daß das Profil bei Nachbildung der Kleineisenteile nicht mehr mit NEM-Radsätzen befahren werden kann.

BITTE REAGIEREN SIE BEI INTERESSE SCHNELL !!!

 

Gesucht wird: Streckenaufnahmen und Zeichnungen von Gleisoberbauten

Wer besitzt Streckenaufnahmen bzw. Aufnahmen von der K.Bay.Sts.B. von vor und nach der Jahrhundertwende (1900!) aus denen Aufschlüsse auf den Bau von vorbildgerechten Gleisen geschlossen werden können. Auf den bekannten Stationsaufnahmen sind in der Regel die Gleise eingesandet, wodurch die Kleinteile bzw. die Schwellen kaum oder nicht mehr sichtbar sind. Wie sah es aber auf der Strecke (Haupt- und Nebenbahn) aus?

Natürlich sind auch Streckenaufnahmen der anderen Länderbahnen willkommen, den auch hier gibt es Bedarf. Natürlich werden auch noch immer Zeichnungen von Gleisen, Weichen und Kleineisen und anderen Oberbaumaterialien der diversen Länderbahnen gesucht. Ihre Hilfe

Falls vorhanden bitte ich um Abzüge bzw. gute Kopien! Senden Sie diese bitte direkt an die Redaktion des LBF. VIELEN DANK FÜR IHRE HILFE!

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Umbau von Industriemodellen für die Epoche I, Teil 3
von Rainer Gubitz, Koblenz

Bau der württemberg. Fc, BR 53.8 von Model Loco


Beschrieben wird hier nicht ein Umbau, sondern die Herstellung eines Modells mit Hilfe eines Bausatzes. Ausgewählt habe ich einen Bausatz des englischen Kleinserienherstellers Grandspot Limited, die württemberg. Fc mit der Bestell-Nr. ML 236. Dieses Modell wird nur von diesem Hersteller angeboten, leider gibt es bis heute keine andere Alternative. Nach den üblichen Vorbereitungen habe ich mich, abweichend vom Vorschlag des Lieferanten, für die Ursprungsversion, hier die Betriebs-Nr. 692 entschieden.


Problem fast aller ML-Bausätze sind die mäßigen Fahreigenschaften. Ungenaue Positionen der Achsen untereinander, ein mittelmäßiger Antrieb und Verbesserungen im Detail mußten berücksichtigt werden. ML liefert eine umfangreiche und leicht verständliche Bauanleitung mit, die es einem normalen Modellbauer ermöglicht, aus diesem Bausatz ein praxistaugliches, d.h. fahrfähiges Modell herzustellen.

Montage der Lokomotive

Der Lokkessel mit seinen zusätzlichen Komponenten wie Dome, Schornstein, Rauchkammer und Sicherheitsventil, das Führerhaus, der Umlauf mit den Radkastenabdeckungen, den Luftbehältern und Pumpen lassen keine Probleme erkennen.
So leicht, wie das Lokoberteil zu montieren war, so schwierig gestaltete sich der Zusammenbau des Lokfahrwerks. Zwei Ätzrahmenwangen sollen über Abstandshalter und eingesetzte Bleche miteinander verschraubt und verklebt werden. Hier muß von der Beschreibung des Herstellers abgewichen werden: Die Schraubverbindung der beiden Rahmenwangen wird als Montagehilfe benutzt, letztendlich werden aber alle Rahmenteile miteinander verlötet. Nur so läßt sich später eine einwandfreie Lagerung der Kuppelachsen erzielen.
Die Radsätze sind bereite ab Werk montiert, so daß sie in die Aussparungen der Rahmenwangen eingepaßt können. Dieses „Einpassen" ist bei Modellen dieses Herstellers meistens die wichtigste und schwierigste Arbeit. Wenn die Radsätze in den Rahmen geschoben sind, muß die Auflage aller sechs Räder auf dem Gleis gewährleistet sein, gleichzeitig müssen die Achsabstände der linken mit der rechten Seite übereinstimmen. Meistens ist in den Aussparungen eine Nacharbeit mit der Rundfeile notwendig. Ein leichtlaufendes, taumelfreies Fahrwerk ist die Voraussetzung für ein einwandfreies Fahrverhalten.

Das zweistufige Getriebe treibt die mittlere Kuppelachse an, die zugleich auch Treibachse ist. Als Motor hat ML einen fünfpoligen, offene Motor beigelegt. Eine Schwungmasse fehlt, obwohl sie im Kessel und Stehkessel Platz gehabt hätte.


Der Motor reicht aus, obwohl die Leistung nicht allzu groß ist. Alternativ kann auch ein Faulhaber-Motor in den Motorhalter eingeklebt werden. Folgende Teile müssen dann verwendet werden:

- Faulhaber-Motor, Nr. 1319
- Schnecke, Verbeck-Nr. 8900302
- Schwungmasse, Verbeck-Nr. 8901506

Mit diesem Antriebsaustausch läuft das Modell leichter an, ist leiser und besitzt einen guten Auslauf. Die Höchstgeschwindigkeit ist, unter dem Aspekt kein neues Getriebe einbauen zu müssen, noch akzeptabel.

Alle weiteren Arbeiten am Fahrgestell und am Lokoberteil sind aus der Bauanleitung eindeutig nach- vollziehbar. Als Verbesserungen wurden an dem vorgesehene Modell folgende Änderungen vorgenommen:

- Die Bremsschläuche an beiden Pufferbohlen wurden gegen Reitz, Nr. 1051 ausgetauscht, der Zughaken
vorne gegen ein Doppelhakenkupplung, Weinert-Nr. 8637
- Dreieckige Stützbleche aus Kunststoff sind unter dem Umlauf in Höhe der Führerhaus-Stirnwand
ergänzt worden
- Der Schornstein wurde aufgebohrt und der Fuß des Schornsteins mit 12 Nieten, Haberl u. Partner, Nr.
8055, versehen
- Ein Kesselring aus Papier wird mittig unter dem Dampfdom ergänzt
- Die ML-Griffstangenhalter am Kessel sind durch Halter mit Füßen, Weinert-Nr. 8463, zu ersetzen
- Am Übergang Lok/Tender sehen die Trittstufen von Reitz, Nr. 1062 besser aus als die ursprünglich
vorgesehenen
- Die am Sanddom eingesetzten Sandfallrohre sollten bis vor die Treibachse weitergeführt werden

Die weiteren Verbesserungen an der Lok sind nur für die „Nietenzähler" gedacht:

- Das Lokoberteil wird gegenüber dem Fahrgestell um 1mm zurückversetzt; erst jetzt stimmen die
senkrechten Linien mit der Zeichnung überein
- Die Zylinder werden pro Seite um je 2mm enger an den Rahmen gesetzt. Dadurch muß auch der
Steuerungsträger in der Breite schmaler werden. Ein Seitenspiel von 0,2mm der ersten Kuppelachse ist
auch eine Schlußfolgerung der Zylinderbreiten-Verringerung. Damit die Kuppelradschrauben nicht an
die Kreuzköpfe anstoßen, muß auch hier nachgearbeitet werden. Anstatt der ML-Schlitzschrauben
werden Fleischmann-Radbolzen verwendet.
- Austausch der ML-Räder gegen vorbildgerechte Fuchs-Räder mit 12 Speichen. Die Gegengewichte
müssen dabei 5 Radspeichen überdecken.
- Die Breite der Gleitbahnen wird deutlich verringert. Dabei bekommen untere und obere Gleitbahnen
kurz hinter den Zylindern eine senkrechte Verbindung.

Bau des Tenders

Das Tenderoberteil mit den Fahrwerksblenden läßt sich genau so einfach wie das Lokoberteil montieren. Lediglich auf die saubere und fugenfreie Einpassung der Tenderrückseite ist zu achten. Das Messing-Fahrwerk des Tenders wurde ebenfalls aus Stabilitätsgründen verlötet. Folgende Ergänzungen wurden zusätzlich hinzugefügt:
- An den Fahrwerksblenden werden die Federpakete und die darunter befindlichen Bohrungen mit einem
0,7mm Bohrer freigelegt. Senkrechte 0,5mm Drähte, hinter die Bohrungen geklebt, deuten die
Abstützungen der Achsen zu den Federpaketen an.
- 4 rechtwinklige Halterungen aus 0,5mm Draht unter dem Wasserkasten der Heizerseite sind zu
ergänzen.
- Zur Erhöhung der Kohlenmenge lassen sich 2 Kohlkastenbretter aus Furnierstreifen herstellen.
- Anbringen von Schleifkontakten aus 0,3mm Neusilberdraht.

Abschlußarbeiten

Vor der Lackierung wird ein Probelauf durchgeführt, um eventuelle Fehler zu beseitigen. Häufigster Fehler bei ML-Modellen sind dabei Kurzschlüsse, die verschiedene Ursachen haben wie zu lange Schienenräumer und Schwierigkeiten zwischen Lok und Tender.

Nach Reinigung und Grundierung des Modells werden Räder und Fahrgestell mit einem dunklem Rot lackiert, Gehäuse von Lok und Tender mit einem dunklen Grün. Die Schilder, die aus der gleichen Quelle wie im vorigen Beispiel genannt stammen, werden bis auf Betriebs-Nr. und Firmenschild (beide mit schwarzem Lack) grün lackiert.

Nach Abschluß aller Arbeiten steht der Inbetriebnahme nichts mehr im Weg.

Abschluß

Aufgezeigt wurden Möglichkeiten, Industriemodelle umzubauen/ändern. Zugegeben, es ist nicht immer einfach, solche Umbauten durchzuführen, aber hier gilt wie überall bei praktischen Arbeiten die Regel, daß Übung weiterhilft. Auf keinen Fall sollte man bei der Epoche I davon ausgehen, daß die meisten Modelle für dieses Hobby nur noch von Kleinserien- herstellern zu bekommen sind. Und auf keinen Fall sollte hingenommen werden, daß die Zukunft den Messingmodellen gehört. Sollte das letztere sich im Verlauf der nächsten Jahre durchsetzen, hätte dies für das Hobby „Modellbahn, Epoche I" mit Sicherheit Folgen, die man getrost als fatal bezeichnen kann.

Vorschlag für den Umbau von Modellen

Es gibt ein Reihe von Modellen, die sich für den Umbau in Epoche I eignen. Dazu gebe ich eine Liste von Industriemodel- len an, die für diesen Zweck geeignet sind. Diese Liste ist keineswegs vollständig, sondern unterliegt einem ständigen Wandel. Folgende Modelle kommen für diesen Zweck in Frage:

Modell                     Lieferant

Preuß. T 14                 Roco
Preuß. T 14.1                 Roco
Preuß. S10.1                 Roco
Preuß G10                 Roco
Preuß. G 12                 Roco
Preuß. G 8.3                 Roco
Bayr. P 3/5H                 Trix (Verbesserung)
Württemberg. K             Rivarossi
Württemberg T 5            Hamo
Württemberg. T 9             Liliput-Bachmann
Sächs. XII H2                 Pico
Sächs. V T                 Pico
Sächs. XIII H                 Roco
Pfälz. T 4.2                 Trix
Pfälz. Pt 3/6                 Rivarossi
Pfälz. P 5                 Rivarossi
Pfälz. P 2.II                 Trix

Sollte jemand weitere Vorschläge haben, bin ich gerne bereit, die Liste zu ergänzen.

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FRAGEZEICHEN

Von Herrn Wilfried Schnier habe ich folgende Fragen erhalten:

Was ist mit den Spuren H0m-0-0m? Speziell interessiert mich die RhB.

Kennen Sie empfehlenswerte Werkstätten?

Kupplungen: Ich mache Betrieb und ärgere mich immer bei den schönen Modellen über die klobigen Kupplungen. Für die H0m-Modelle verwende ich eine Idee aus der Schweiz: N-Kadee-Köpfe an Bemo Kupplungen. Sieht zierlich aus und kuppelt sehr gut. Mit den Originalkupplungen bei H0-Modellen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht.

Herr Costin Manolache hat die folgenden Fragen:

Ich bemühe mich meine Preußen mit Federpuffern auszustatten. Im Museum für Verkehrstechnik in Berlin (Modelle) sieht man bei personen- und Güterwagen 2-fach und 4-fach geschlitzte Korbpuffer. Auf einigen älteren Bildern sieht man auch Stangenpuffer. Gibt es für Güter- und Personenwagen eine Leitregel und Zeitschiene für die Art der verwendeten Puffer? Mir ist leider keine weiterhelfende Literatur hierzu bekannt. Was gilt nun?

Herr Eike Snoyek (email: eisno@t-online.de) fragt:

Habt Ihr Informationen darüber, wie die Wagen des königlichen bayrischen Hofzuges damals zusammengestellt wurde, d.h. in welcher Reihenfolge die Wagen hinter der Lok liefen?

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EUROSPOOR: DIE GRöSSTE MODELLEISENBAHNSCHAU EUROPAS

Auf der EUROSPOOR dreht sich alles um das Universum der Modelleisenbahn. Gut 50 einzigartige Modellbahnanlagen werden ausgestellt. Eine unvergleichlige Miniaturwelt detailgetreu nachgebildet: Häuser, Autos, Menschen und natürlich - Eisenbahnen.

Einzigartige Modelle auf 20.000m2 Ausstellungsfläche
Umfangreiche Sammlungen von Weltklasse mit vielen Tausenden Miniaturlokomotiven von bekanneten und weniger bekannten Marken sind auf der Veranstaltung zu finden. Manche Modelle sind nicht grösser als der kleine Finger, andere sind zentnerschwer.
Vorführungen und Beratung
Die EUROSPOOR bietet nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch umfassende Informationen. Wie kann man eine Modellanlage am besten einrichten? Wie werden die Modelle hergestellt? Welche Technik eignet sich für den Landschaftsbau? Das ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Einkaufen zu bahnbrechenden Preisen
An den Ständen der Aussteller aus dem In- und Ausland können Sie aber nicht nur wertvolle Informationen erhalten, sondern auch zu äusserst günstigen Preisen Modelle und Zubehör kaufen. Ausserdem gibt es einen grossen Modellbahnmarkt von 800 m Länge, auf dem Teilnehmer gebrauchte Eisenbahnen und Sammlerstücke zum Tausch oder Kauf anbieten.

Ein erlebnisreicher Ausflug, nicht nur für Modelleisenbahnbegeisterte Nicht nur für eingefleischte Modelleisenbahner ist die EUROSPOOR ein Leckerbissen. "Otto Normalverbraucher" kommt hier ebenfalls auf seine Kosten. Die perfekt funktionierenden Modellbahnanlagen in naturgetreuen Landschaften sind auch für weniger Aktive im Modellbahn-Business eine wahre Augenweide. Kurz gesagt: EUROSPOOR dürfen Sie nicht versäumen, wenn Sie etwas mit Eisenbahnen zu tun haben!

Öffnungszeiten:

Freitag         17 November 2000: 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Samstag        18 November 2000: 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Sonntag        19 November 2000: 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr


Eintritt

Erwachsene             fl 20,00

Vielleicht finden Sie ja die Gelegenheit um meine schöne Heimatstadt einmal zu besuchen. Eurospoor ist die Gelegenheit! Falls Interesse besteht könnten wir uns ja als Gruppe treffen und einen kleinen “LBF-Stammtisch” organisieren. Bitte melden Sie sich einfach bei mir wenn Sie Eurospoor in Utrecht besuchen wollen.

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Signalgeschichte der Länderbahnen: Signale der OSE von 1847
von Andreas Heinecke

Signale der Oberschlesischen Eisenbahn von 1847

Durch Zufall konnte ich auf dem Dresdner Stadtfest vom 18-20.08.00 einen Reprint der Signal der Oberschlesischen Eisenbahn (O.E.) von 1847 erwerben, den ich allen Länderbahnfreunden der Anfangsjahre der Eisenbahn in den deutschen Landen nicht vorenthalten möchte.

1. Kurz Entstehungsgeschichte

Im Jahr 1841 wurde durch den preußischen Staat die Genehmigung zum Bau einer normalspurigen Eisenbahn von Breslau zur russischen Grenze in Myslowitz (siehe Dreiteilung Polens durch Preußen, Österreich und Russland) genehmigt.

Bis 1847 gingen nachfolgende Teilstücken in Betrieb.

· Breslau - Ohlau                 22.05.1842
· Ohlau - Brieg                    03.08.1842
· Brieg - Oppeln                 29.05.1843
· Oppeln - Schwientochlowitz             31.10.1845
· Schwientochlowitz - Kattowitz - Myslowitz    03.10.1846

Ab 1847 war die gesamte Strecke von Breslau bis zur russischen Grenze befahrbar.

Einen Überblick über die Strecke soll der Netzplan der O. E. von 1882 geben (Abb. 01).

1. Signale

Erläuterungen zu den Signalen (der Autor nahm sich die Freiheit, die Originalerläuterungen etwas dem heutigen Sprachgebrauch bzw. Orthografie anzupassen).

A. Tagessignale

Signal 1

Der Korb am Telegrafen wird so hoch als möglich aufgezogen.

Signal 2

Nur der eine Arm des Telegrafen (der Arm abwärts an dem neben dem Telegrafen stehenden Signalpfahl) wird schräg in die Höhe gezogen.

Signal 3

Beide Arme des Telegrafen werden schräg in die Höhe gezogen.

a) Wenn es auf der Bahn, wo nur einfaches Gleis liegt, sich treffen sollte, dass gleichzeitig von der einen Seite das Signal mit einem Arm und von der anderen das mit beiden Armen gegeben würde, so haben die Bahnwärter jedes Mal sogleich das doppelarmige Signal weiter zu geben.
b) Beim Zusammentreffender beiden Signale Nr. 2 und 3 auf der Bahn, wo das Doppelgleis liegt, haben die beiden betreffenden Bahnwärter das Signal sofort umzuändern, d. h. der Bahnwärter in der Richtung von Myslowitz nach Breslau hat den Arm des Telegrafen, welcher dem neben dem Telegrafen stehenden Signalpfahl zugekehrt ist, herunter zu lassen und der in der Richtung von Breslau nach Myslowitz das Signal (Nr. 3) mit beiden Armen zu geben.
c) Die Signale Nr. 2 und 3 werden, nachdem der Zug den nächsten Telegrafen passiert hat, sofort abgenommen und das Signal Nr. 1 gegeben.

Signal 4

Der Korb am Telegrafen wird so tief als möglich herabgelassen. Demnächst muss der Bahnwärter zum Oberschaffner hingehen und rapportieren, warum der Zug anhalten muss.

Dieses Signal muss der Bahnwärter auch dann geben, wenn er an dem vorbaifahrenden Zug irgend etwas bemerkt hat, was demselben Gefahr bringen könnte.

Signal 5

Der Korb am Telegrafen wird bis zur Mitte herabgelassen

Signal 7

Beide Arme des Telegrafen werden waagerecht gestellt.

Das Signal Nr. 7 wird nur nach Aufforderung des Oberschaffners gegeben und letzterer muss zugleich einen Schaffner zu den beiden Telegrafenwärtern hinschicken, von wo die Hilfsmaschine nicht herkommen soll und diese benachrichtigen, dass sie das Signal zur Hilfsmaschine in jener Richtung nicht weiter zu geben haben.

B. Nachtsignale

Signal 1

Eine Laterne mit weißen Scheiben wird an den obersten Haken des Laternenschiebers aufgehängt und so hoch als möglich aufgezogen.

Signal 2

Eine zweite Laterne mit weißen Scheiben wird an den mittleren Haken des Laternenschiebers unter die bereits aufgehängte Laterne aufgehängt und so hoch als möglich aufgezogen.

Signal 3

Eine dritte Laterne mit weißen Scheiben wird an den untersten Haken des Laternenschiebers unter die bereits aufgehängten 2 Laternen aufgehängt und so hoch als möglich aufgezogen.

a) Wenn es auf der Bahn, wo nur einfaches Gleis liegt, sich treffen sollte, dass gleichzeitig von der einen
Seite das Signal Nr. 2 (der Zug kommt von Myslowitz) und von der anderen das Signal Nr. 3 (der Zug
kommt von Breslau) gegeben würde, so haben die Bahnwärter jedes Mal sogleich das Signal Nr. 3weit
er zu geben.
b) Beim Zusammentreffender beiden Signale Nr. 2 und 3 auf der Bahn, wo das Doppelgleis liegt, haben
die beiden betreffenden Bahnwärter das Signal sofort umzuändern, d. h. der Bahnwärter in der
Richtung von Myslowitz nach Breslau hat die unterste Laterne vom Laternenschieber abzunehmen und
der in der Richtung von Breslau nach Myslowitz die dritte Laterne mit zwei weißen Scheiben am unter
sten Haken des Laternenschiebers aufzuhängen.
c) Die Signale Nr. 2 und 3 werden, nachdem der Zug den nächsten Telegrafen passiert hat, sofort
abgenommen und das Signal Nr. 1 gegeben.

Signal 4

Die weißen Laternen werden abgenommen und die Laterne mit den roten Scheiben wird an den obersten Laternenhaken aufgehängt und so hoch als möglich aufgezogen.
Demnächst muss der Bahnwärter zum Oberschaffner hingehen und rapportieren, warum der Zug anhalten muss.

Signal 5

Die Laterne mit roten Scheiben wird an den mittleren Haken und eine Laterne mit weißen Scheiben an den obersten Haken des Laternenschiebers aufgehängt.

Signal 6

Die Laterne mit roten Scheiben wird an den untersten Haken, eine Laterne mit weißen Scheiben an den mittleren und eine dritte Laterne, ebenfalls mit weißen Scheiben an den obersten Haken des Laternenschiebers gehängt.

Signal 7

Der Bahnwärter, welcher vom Oberschaffner aufgefordert wird, dies Signal zu geben, hängt zwei Laternen mit weißen Scheiben an den mittleren und untersten Haken des Laternenschiebers und die dritte Laterne mit weißen Scheiben an den neben dem Telegrafen stehenden Pfahl auf.

Signal 8

Es werden drei weiße Laternen an den Laternenschieber und die vierte weiße Laterne an den neben dem Telegrafen stehenden Pfahl aufgehängt.

Die beiden Signale Nr. 7 und 8 werden nur nach Aufforderung des Oberschaffners gegeben und letzter muss zugleich einen Schaffner zu den beiden Telegrafenwärtern hinschicken, von wo die Hilfsmaschine nicht herkommen soll und diese benachrichtigen, dass sie das Signal zur Hilfsmaschine in jener Richtung nicht weiter zu geben haben.

Signal 9

Eine weiße Laterne wird an den untersten Haken des Laternenschiebers und eine zweite weiße Laterne den neben dem Telegrafen stehenden Pfahl gehängt.


PS: Ich suche weiteres Material über die OSE vor allem über Lokomotiven, Personen- und Güterwagen, Hochbauten usw. auch leihweise.

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Interessante Länderbahn Produkte


Neues aus den Niederlanden: Exklusive Messingmodelle in H0 von Modellbau Werps

Am Wochenende des 7./8. Oktober fand in den Niederlanden erneut die Modellbahnausstellung Rail 2000 statt. Auf dieser Veranstaltung, welche im zwei-Jahres Turnus in den Brabanthallen in s’Hertogenbosch statt findet, treffen sich Modellbahnfreund aus den Niederlanden, Deutschland, Belgien und England um Ihre Modulanlagen und Dioramen einem breiten Publikum zu zeigen. Insbesondere beeindruckt haben mich die Module von Paul Hartman auf der Anlage des Fremo, aber auch einige englische und niederländische Dioramen waren einen Besuch dieser Veranstaltung wert.

Als ich dann in der zweiten Halle noch einige lokale Kleinserienanbieter entdeckt hatte, war der Besuch für mich bereits mehr als gelungen. Unter den vielen Herstellern hat mich (und meinen Modellbahn-freund Kees Birkhoff, ein besonders kritischer Modellbahner, der Vorbildtreue als sehr wichtig empfindet) ein Neuling besonders beeindruckt: Modellbouw Werps, der besteht aus einem jungen Eisenbahnfreund, der zusammen mit seinen Eltern erstmals ein kleines, aber sehr feines Sortiment von Messingmodellen vorgestellt hat. Der junge Herr Werps ist für Entwurf und Produktion verantwortlich, sein Vater für den Bau und das exklusive Finish der Wagen und Lokomotiven.

Die vorgestellten Modelle haben uns insbesondere durch die besonders feine Ausführung und Vorbildtreue imponiert. Bei den Modellen handelt es sich um Modelle der Epoche I der verschiedenen niederländischen Eisenbahngesellschaften und der belgischen Bahnen. Da sicher im grenzüberschreitenden Verkehr mit dem Ruhrgebiet und mit Norddeutschland diverse dieser Modelle im Vorbild auch über deutsche Schienen gelaufen sind wollte ich Ihnen diese Leckerbissen nicht vorenthalten.

Angekündigt wurden

    - drei Lokmodelle:

    - die erste niederländische Personenzuglokomotive der NRS 284-287

Das Fertigmodell der Lok wird in zwei unterschiedlichen Ausführungen angeboten (Preis ca. 1,100,- DM). Der Bausatz, mit dem es möglich ist um die sechs unterschiedlichen Ausführungen der jeweiligen Bahngesellschaft (zuletzt die NS, welche die Lokreihe bis 1925 - 35 in Betrieb hatte) nach zu bauen wird für ca. DM 600,- erhältlich sein. Als Liefertermin wird Dezember 2000 angegeben. Der Antrieb erfolgt über einen spezial für dieses Modell entworfenen Antriebsblock, einem Mashima Motor sowie einer Schwungscheibe. Beim Fertigmodell bestachen vor allem auch die dreifarbigen Zierlinien, welche per Hand aufgebracht wurden!


Ab Februar 2001 soll das Modell der Grand Central Belge 94 & 95 geliefert werden. Dieses Mal nur als Fertigmodell erhältlich, wird das Modell ca. DM 750,. kosten. Für diesen Preis erhalten Sie das Modell in Ganzmessingausführung mit Faulhaberantrieb. Im Vorbild wurden die beiden Lokomotiven durch die Firma Wilson in Leeds in England im Jahr 1847 gebaut.

Noch im Dezember 2000 soll dann die schönste jemals in den Niederlanden gebaute Tramlok durch Werps herausgebracht werden. Das Modell mit Faulhabermotor wird sowohl als Bausatz (ca. DM 400,.) und als Fertigmodell zum Preis von DM 700,. angeboten werden.

Ebenfalls angeboten werden Trams in diversen Ausführungen sowohl in Bausatzform als auch als Fertigmodell.


Wagenmodelle der HSM von 1882

Auffallend an den Vorbildern sowie im Modell ist das verhältnissmässig schwere Fahrgestell der Wagen trotz der relativ geringen Abmessungen der Wagen. Die Wagen wurden noch bis 1961 bei der NS als Arbeitswagen eingesetzt. Der Wagen rechts ist mit jeweils einem bedachten Balkon an jeder Seite ausgeführt und besitzen durchgehende Trittplanken und Handgriffen. Diese Modell sind bereits lieferbar. Der Bausatz ermöglicht den Bau aller drei Ausführungen (ca. DM 110,-), die Fertigmodelle kosten jeweils ca. DM 225,-

Eine ganze Reihe weiterer Güterwagenmodelle sind verfügbar können aber mangels Platz hier nicht weiter vorgestellt werden. Nochmals hervor zu heben sind die ausgezeichnete Qualität der Modelle. Alle verfügbaren Modelle waren am Stand zu sehen und werden zeitgerecht ausgeliefert. Eine Übersicht der Modelle werde ich auf meiner Homepage auf dem Internet abdrucken.

Falls Sie weitere Informationen suchen sollten oder den Katalog anfragen wollen, wenden Sie sich bitte unter Berufung auf das Länderbahn Forum an:

Modellbouw Werps, Lathyruspad 11 in NL-1338 XK Almere. Telefon: +31-(0)3653-27879 oder email: e.werps@chello.nl

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Die italienische Länderbahn Geschichte, fünfte Periode: von 1905 bis heute. Die Ferrovie Dello Stato (FS)- Zweiter Teil

Von Dr. Fabio Peluso/Italien


Zu einer Zeit, als die Schwerindustrie sich der Herausforderung stellen mußte, um die technischen Anforderungen der Transportmittel zu verbessern, richtete sich die FS auf zwei neue innovative Techniken: die Compound-Technik und die des Heißdampfantriebs. Die FS bestellte die ersten 24 Maschinen der Baureihe Gr 640 bei Schwartzkopff aus Berlin. Diese Lokomotiven waren mit dem Schmidtschen ausgerüstet und stellten einen der erfolgreicheren Lokankäufe der FS dar.

Am ersten Juni 1905 wurde der Sempionetunnel offiziell eröffnet und eine internationale Ausstellung wurde in Mailand organisiert um diese Tatsache zu feiern. Zu dieser Gelegenheit stellte die FS auch Ihre neuesten Maschinen vor, nämlich die Reihe 640, die Reihe 835, die Reihe 670, und die Reihe 630.

In der Periode 1907 bis 1918 wurde das Nummerierungssystem der Loks mehrfach verändert, bis es schliesslich sein letztes, auch heute noch geltendes System gefunden wurde Es besteht aus einer Nummernfolge von sechs Nummern, welche durch einen Punkt getrennt wird, wie zB.. Gr xxx.yyy, wobei Gr für Baureihe steht (in italienischen Gruppo). Die ersten drei Zahlen stehen für die Baureihe, wie z.B. 740, 640, 746 usw., die letzten drei Zahlen stehen für die durchlaufenden Nummern der einzelnen Baureihen, beginnend mit der Nummer 001 (allerdings gibt es auch vereinzelt Löcher im Nummernschema).

Nach dem ersten bemerkenswerten Erfolgen der Lokomotiven des Heißdampfsystems stellte die FS Ihre Versuche mit den Compoundmaschinen ein. Die größten Projekte der FS vor dem ersten Weltkrieg waren die Baureihen 685 und 690, beide ausgerüstet mit 4 Zylindern und einfachen Expansionsantrieben. Die Lokomotiven der Reihe 685 waren direkt abgeleitet von der Reihe 680, wobei die neue Baureihe durch den Austausch der Compoundantriebe, Marke Plancher, gegen einfache Expansionsantriebe entstand. Das letzte und späte Projekt mit den Compoundmaschinen war die Baureihe 746, eine 1-4-1 Mikado. Da der Heizkessel dieser Maschinen sich aufgrund guter Leistungen schnell bewährte, entschied sich die FS dazu, den Heizkessel der 690 mit dem der 746 zu ersetzen, wobei der Antrieb aber unverändert blieb.


Im Jahr 1911 feierte die Regno d'Italia (Königreich Italien) ihr 50 jähriges Bestehen. Um dies gebührend zu feiern, wurde in einer der alten italienischen Hauptstädte, Turin, eine weitere Ausstellung organisiert, zu der erneut die neuesten Lokomotivtypen der Eisenbahngesellschaft vorgestellt wurden.

In Turin wurden aber gleichzeitig auch die aktuellen Entwicklungen der deutschen Eisenbahngesellschaften gezeigt, wie z.B. die bayrische S 3/6 oder ähnliche Loktypen. Obwohl ebenso elegant, fehlten den italienischen Dampflokomotiven die Stärke und das Gewicht Ihrer Schwestern aus Deutschland. Dies lag aber vor allem in dem leichteren Schienenmaterial in Italien begründet, daß keine höhere Achslast als 15-16 Tonnen zu liess.

Während des ersten Weltkrieges wurden neue Entwicklungen natürlich nicht weiter verfolgt und die Aktivitäten beschränkten sich auf den Bezug bisheriger Loktypen. Allerdings führte diese Entwicklung und die daraus folgende Beschränkung auf einige Loktypen zu einer Charakterisierung der klassischen italienischen Dampflokomotive, wobei die Reihe 685 als klassische Personenzug-Dampflok und die Reihe 740 als "die" Güterzug-Dampflok bezeichnet wurden.

Nach dem Ende des ersten Welttkriegs erreichten einige deutsche und österreichische Loktypen italienisches Grundgebiet als Reperationsvergütung für Kriegsschäden. Die italienischen Ingenieure benutzen diese Maschinen um einige neue mechanische Systeme zu testen. Hervorzuheben sind hierbei Tests mit Vorheizsystemen und Heißdampf, wobei die bekanntesten Varianten die Franco-Crosti und Knorr-Varianten sind.

So wurde auch die stärkste italienische Dampflok, die Gr 480, eine 1-E Lok, durch die österreichische 580 Südbahnbaureihe inspiriert. Diese Lok wurde von der FS auf den Bergstrecken der Semmering- und Brennerbahn eingesetzt.

Die letzte italienische Dampflokentwicklung für die italienische Eisenbahngesellschaft ist die Reihe 744, eine 1 D-Lok, mit zwei Zylindern mit einfacher Expansion und Heißdampfsystem, welche zwischen 1928 und 1929 ausgeliefert wurde. Weitere Entwicklungen der italienischen Eisenbahnindustrie wurden aber dann nur noch für das Ausland gebaut, u.a. für Osteuropa und Griechenland. Das letzte Lokmodell das in Italien gebaut wurde, war die Ma, eine 1-E-1 Lok mit 2700 PS, welche in den Jahren 1953-54 in einer Stückzahl von 20 Maschinen für die griechische Staatseisenbahn von Breda und Ansaldo hergestellt wurde.