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Länderbahn Forum 4/97
Ein Jahr Länderbahn Forum!
Willkomen bei der Jubiläumsausgabe
Inhaltsverzeichnis:
1. Entwicklungsgeschichte
des Wagenparks des Bayerischen Staatsbahnen (Teil 2)
2. Voraussetzungen
für die Realisierung authentischer Fahrzeugmodelle (Teil 2)
3. Kurz belichtet
4. Fragezeichen
5. Gliederung der
Eisenbahn-Verkehrsordnung von 1899
6. Wagenbauprojekt bayrischer Ostbahn-Bierwagen
7. Angebote/Gesuche
8. Schienenoberbau
süddeutscher Länderbahnen und die Modellumsetzung (Teil1)
9. Arge-Selbstbau
10. Neuheiten
11. Länderbahn Shop

Sehr geehrter Länderbahnfreund,
Vor Ihnen liegt die letzte Ausgabe des Länderbahn Forum des Jahres 1997 und somit ist der
erste Jahrgang abgeschlossen. Wie ich meine, ein guter Zeitpunkt ein erstes Fazit zu
ziehen:
Als ich mich vor rund 11 Monaten zu diesem Abenteuer entschlossen habe, wusste ich nicht
was mich erwartet. Würde es genügend Länderbahnfreunde geben, welche an diesem
Rundschreiben interessiert sind? Gibt es genügend Leser welche eigene Beiträge anliefern
werden? Wie werden sich die verschiedenen Anbieter von Länderbahnmodellen verhalten?
Diese und viel mehr Fragen haben mich ein Jahr lang beschäftigt.
Das Resultat kann sich sehen lassen, finde ich. Nicht nur, daß es das Länderbahn Forum
noch gibt (einigen Zweiflern zum Trotz), nein auch die Qualität wurde konstant
verbessert, sowohl inhaltlich als auch visuell (in der heutigen Ausgabe finden Sie z.B.
erstmals Bilder). Die Anzahl der Leser wächst ebenfalls kontinuierlich weiter, nicht
zuletzt auch, weil eine Reihe von Modellbahnzeitschriften über das Länderbahn Forum
berichtet haben - hierfür mein Dank an die entsprechenden Redakteure! Auch die Zahl der
"schreibenden" Leser wächst; zwar langsamer als ich mir das wünsche (ein
leicht erhobener Zeigefinger erscheint vor Ihrem geistigen Auge!), aber einige unter Ihnen
haben bereits Ihre Mitarbeit für das kommende Jahr angekündigt und ich kann Ihnen
deshalb sehr interessante Artikel für das Jahr 1998 versprechen. Aber auch unser erstes
Gemeinschaftsprojekt "Wagenbau" macht gute Fortschritte. Grund um zufrieden zu
sein? Ja sicher, ich bin mehr als zufrieden, aber...
Von Seiten der (Kleinserien-) Hersteller habe ich mir etwas mehr Interesse erwartet.
Schliesslich sind wir alle potentielle Kunden und unsere Wünsche und Ideen sollten
wichtig genug sein, um gehört zu werden. Aber ich hoffe und gehe eigentlich davon aus,
daß es kein mangelndes Interesse, sondern der Zeitmangel ist, welcher bisher im Weg
stand. Ich bleibe jedenfalls am Ball und hoffe auf mehr Zusammenarbeit mit den Herstellern
in 1998!
Bleibt mein persönliches Resumee: Die Arbeit am Länderbahn Forum bereitet mir noch immer
sehr viel Vergnügen und ich werde sicher weiter machen (auch wenn mir kaum mehr Zeit für
meine eigenen Modellbahnpläne bleibt). Wenn von ihrer Seite noch vielfältige Beiträge
hinzu kommen (vor allem bitte viele Bauprojekte - egal ob Lok, Wagen, Gebäude,
Landschaft, Anlage, Diorama, etc
, nach dem Motto: Schreib mal wieder!) dann haben
wir einander noch viel zu bieten! In diesem Sinne:
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse, Ihre Mitarbeit und Ihr Vertrauen. Und ich wünsche
Ihnen alles Gute für das neue Jahr 1998 - natürlich auch mit unserem gemeinschaftlichen
Hobby! Bis zum nächsten Mal beim Länderbahn Forum 1/98 verbleibe ich wie immer
mit freundlichen Grüßen aus Utrecht

Das Länderbahn Forum ist ein nicht kommerziell orientiertes Informationsblatt welches von
Modellbahnern für Modellbahnfreunde gemacht wird, wobei dieLänderbahnen Europas
zentral stehen. Da alle anfallenden Kosten (übrigens
arbeiten alle Autoren gratis mit!) - wie Kopierkosten, Versandkosten etc. durchmein
eigenes Modellbahnbudget abgedeckt werden müssen, möchte ich Sie bei Interesse an
weiteren Ausgaben bitten, mir einen Unkostenbeitrag von hfl 25,- (ca. 22,- DM) in Form
eines EC-Schecks zukommen zu lassen. Hierfür erhalten Sie jährlich 4 Ausgaben des
Länderbahn Forum sowie Zugang zu allen Serviceleistungen. Vielen Dank hierfür - Sie
werden sehen, daß es sich lohnt!

Kurze
Entwicklungsdarstellung des Wagenparks der Bayerischen Staatseisenbahnen
von Lothar Spielhoff, Esslingen-Mettingen (Teil 2)
Durchgangswagen
Bei allen deutschen Länderbahnen herrschte bis in die sechziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts der Abteilwagen vor, mit Ausnahme von Württemberg. Das amerikanische System,
wie es allgemein genannt wurde, schien den Kriegsministerien besonders wichtig zu sein, da
diese Wagen in Kriegszeiten als Krankenwagen für Lazarettzüge am besten geeignet waren.
Daher mußte jede Länderbahn eine gewisse Anzahl ihres Wagenparks damit ausrüsten. In
Bayern wurden 1858 40 Stück Ci beschafft. Diese zierlichen Wagen hatten ein Gewicht von
7,5 t und eine Abteillänge von 1115 mm.
Nach dem Krieg von 1870/71 mußten auf Anordnung des Reichseisenbahnamtes weitere 245 Ci
mit offenen Plattformen, aber ohne Übergänge, dafür aber wie die Abteilwagen mit
seitlichen Laufbrettern und Handstangen gebaut werden. Die Ostbahn mußte 75 Ci
beschaffen. Die Zweckbestimmung ist unverkennbar: zur schnellen Umstellung sind C besser
als AB, BC oder D. Weitere Reihen folgten 1887 und 1892. Zur Erleichterung des Ein- und
Ausladens mit Tragbahren wurden die Türöffnungen durch schmale Zweiflügel verbreitert
und die Bühnengeländer konnten umgeklappt werden.
Erst ab 1895 tritt der zivile Verkehrszweck der Durchgangswagen in den Vordergrund. Es
wurden nun auch Wagen der Polsterklasse in Auftrag gegeben. Man war plötzlich von den
Vorzügen der Durchgangsbauart so begeistert, daß gleichzeitig und nebeneinander
verschiedene Gattungen für den Vorort-Verkehr, für Hauptbahn-Personenzüge, den
Ausflugsverkehr und für den innerbayerischen Schnellzugsverkehr entstehen. Die Wagen
erhielten große Plattformen und Übergangsbrücken. Dabei war der C3i von 1898 mit
Tonnendach und 9,25 m Achsstand der erfolgreichste. Bis 1913 waren 1300 in Betrieb. Sie
wurden bis in die Reichsbahnzeit hinein weitergebaut, damals als 4. Klasse und als D3i
bezeichnet. Mit der Elektrifizierung des Münchner Vorortverkehrs wurden 70 C3i zu
Beiwagen für die Triebzüge umgebaut. Eine bayerische Eigentümlichkeit waren die
Durchgangswagen mit Schubabteil zur Beförderung einzelner Straf- oder
Untersuchungsgefangener.
Lokalbahnwagen
Die Hauptbahnen und die aus den besonderen bayerischen Eisenbahnverhältnissen
entstandenen Pachtbahnen (1852/63) und Vizinalbahnen (1869/74) wurden mit dem allgemeinen
für Haupt- und Nebenbahnen bestimmten Wagenpark betrieben. Für die erstmals 1880
gebauten Lokalbahnen wurde jedoch ein eigener Wagenpark geschaffen, der sich durch eine
besonders leichte Bauart, einfachere Ausstattung und eine aus der Fahrzeugbegrenzung
herausragende dritte Aufstiegsstufe vom Regelwagenpark unterschied. Die Lokalbahnwagen
wurden durch den Gattungsbuchstaben L besonders gekennzeichnet, zuerst als CiL usw., dann
lange Jahre als CL usw. Dabei wurde der Buchstabe "i" weggelassen. Die Wagen
hatten alle Übergänge, wenn auch eine schmale, sogenannte Lokalbahnbauart. Später
hießen sie bis zu ihrem Ausscheiden bei der DB LCi.
Der bayerische Lokalbahnwagenbestand wies eine besondere Vielfalt an Konstruktionen auf,
was sich ständig auf den Achsstand auswirkte: 3,65 - 3,68 - 3,8 - 4,5 - 5,0 - 6,0 - 6,2 -
6,6 - 7,0 m. Diese 9 Variationen lassen sich schwerlich mit baulichen oder betrieblichen
Eigenarten einzelner Strecken begründen. Die erste, von 1880 bis 1886 beschaffte Reihe
hatte die Gattungen LBCi, LCi, LBPi, LP Post i, LPi und LGwi. Die Wagen waren nur etwas
über 8 m lang und außen nicht mit Blechtafeln sondern mit schmalen Holzlatten verschalt.
Auf der Plattform war eine Handspindelbremse vorhanden; seit 1892 wurden fast alle
Lokalbahnen mit der einfachen (nicht selbsttätigen) Luftsaugebremse Hardy versehen.
Nach 1886 wurden diese kurzen, wie die 1887 gebauten, 11,76 m langen Wagen wieder mit
Blechverkleidung geliefert. 1905/11 kam nochmals eine rund 9 m lange, zierliche
Gattungsreihe, dann blieb man endgültig bei der langen Ausführung 12225 mm über Puffer.
Die 1. Wagenklasse wurde nur auf der 1888 eröffneten Lokalbahnstrecke
Reichenhall-Berchtesgaden geführt. Die 1885 in Betrieb genommene meterspurige Lokalbahn
Eichstätt-Kinding besaß BCi und Ci mit 5,0 m Achsstand und 6,3-6,9 t Gewicht.
Der königliche Wagenzug
Salonwagen waren im ersten Eisenbahn-Jahrhundert weitaus häufiger anzutreffen als heute.
Die Eisenbahn war damals das Verkehrsmittel schlechthin, dessen sich die Höchsten und
Allerhöchsten Herrschaften (wie es in den Dienstvorschriften der Bahn hieß) gern und
viel bedienten. Das bayerische Königshaus hatte bei der München-Augsburger Eisenbahn
einen "Galawagen". Dem kunstsinnigen und durch seine Schloßbauten bekannte
König Ludwig II. war es vorbehalten einen Hofzug zu haben, der ein ins Technische
übersetzte Gegenstück dazu gewesen ist. Der Zug bestand aus folgenden Fahrzeugen:
1 Königswagen
(4i)
2 Terrassenwagen
(3i)
3 Salonwagen des Gefolges (3i)
4 Salonwagen des Gefolges
und des Reichskommisär
(3i)
5 Dienerschafts- und Heizwagen (3i)
6 Gepäckwagen
(3i)
16 Küchenwagen
(1)
Nach dem Tode des Königs kamen noch hinzu:
8 Salonwagen für den Allerhöchsten Dienst (6ü, 1899)
17 Küchenwagen
(3ü, 1893)
18 Küchenwagen
(4ü, 1916 aus einem Pw4n umgebaut)
Die Wagen 8, 17 und 18 sind wohl kaum mit dem Königszug zusammen gelaufen. Die Wagen 2
bis 6 wurden in den sechziger Jahren als Zweiachser erbaut und 1891/93 modernisiert.
Damals erhielten Sie Mittelachse, Gasbeleuchtung, Dampfheizung und Druckluftbremse. Die
Wagen waren innen und außen im Stil der Zeit und des Pracht liebenden Königs reich
verziert. Mitten über dem Wagen 1 schwebte eine vergoldete Königskrone. Der Wagen 2
steht im Nürnberger Verkehrsmuseum, die anderen wurden nach 1918 ausgemustert.
Es war noch eine weitere Anzahl von Salon-, Revisions-, Versuchs- und Krankensalonwagen
vorhanden. Im Jahre 1888 gab es 12 Zweiachser und einen von 1852 (!), der dem Hause Thurn
und Taxis gehörte. 1913 gab es dagegen 28 Wagen, davon 13 Zweiachser (2 und 2i), 9
Dreiachser (3 und 3ü), 3 Vierachser (4ü Krankenwagen) und 2 Sechsachser (6ü Salonwagen)
und Meßwagen.
D-Zug-Wagen
In Bayern wurden zuerst die Eil- und Courierzüge - genannten Schnellzüge - bis zur
Jahrhundertwende vorwiegend aus Abteilwagen zusammengestellt. Die D-Züge mit Wagen von
Faltenbalg-Übergängen, die ein sicheres Wandern durch den ganzen Zug und ein Aufsuchen
des Speisewagens während der Fahrt gestatteten, kamen in Deutschland erst 1892 auf.
Preußen war damals Wegbereiter mit D-Zug-Wagen der Gattung A4ü, AB4ü und B4ü, zum Teil
mit Seitengang, teilweise mit Mittelgang.
Bayern folgte erst zwei Jahre später mit 16 AB3ü, also Lenkachsen. Diese hatten
Seitengang, 1½ Abteile I. und 3 Abteile II. Klasse sowie Aborte. Auf der Abteilseite
waren die Fenster doppelt, auf der Gangseite befanden sich einfache Fenster. Die erste
Lieferung hatte einen Achsstand von 8,75 m und einen Dachaufbau; die zweite von 1897 9,25
m Achsstand und ein Tonnendach. Bis 1904 wurden insgesamt 66 AB3ü und beginnend 1899 50
C3ü gebaut. Diese dreiachsigen D-Zug-Wagen liefen rund 15 Jahre lang in internationalen
Zügen nach der Schweiz, nach Österreich und Italien.
Bis lange in die Reichsbahnzeit hinein fuhren die Dreiachser in den D-Zügen
München-Lindau, Innsbruck und Berchtesgaden. Noch Mitte der zwanziger Jahre war der
einzige Vierachser der Speisewagen in den Lindauer Schnellzügen. Erst als die
Reichsbahn-Mittelgangwagen der beiden Karwendel-Bauarten B4ü, C4ü und ABC4ü in ihrer
Verkehrsbezeichnung an ihre Stelle kamen, wurden die AB3ü und C3ü nach vierzigjähriger
Dienstzeit aus dem Schnellzug zurückgezogen.
Die dreiachsigen D-Zug-Wagen wurden in derselben Form und denselben Abmessungen auch von
einer Anzahl anderer deutscher Bahnen übernommen, wenn auch in geringer Stück-zahl. Sie
waren sozusagen die ersten deutschen Einheitsper-sonenwagen. Preußen hatte AB3ü, Sachsen
AB3ü und C3ü, die Badische Staatsbahn und die Reichseisenbahnen die P3ü. In Bayern
erreichten sie die längste Lebensdauer, während sie bei den anderen ab 1914 aus dem
Schnellzugdienst zurückgezogen wurden. Daß Bayern sehr lange an den dreiachsigen
D-Zug-Wagen - wie auch Österreich und die Schweiz - festhielten, erklärt sich leicht aus
den schwierigen Streckenverhältnissen dieser Länder, denn bei Fahrten auf langen
Steilrampen spielte das tote Gewicht des Fahrgastplatzes eine große Rolle, das mit 1040
bis 1300 kg beim AB4ü oder nur 600 bis 800 kg beim AB3ü entscheidend war. Die
Laufeigenschaften dieser dreiachsigen Wagen waren für damalige Geschwindigkeiten gut.
Für den Flachlandverkehr erschienen 1895 die ersten vierachsigen D-Zug-Wagen als AB4ü
und 1897 als ABC4ü mit Oberlichtaufbau. Ihnen folgten 1899 mit Tonnendach, aber noch
gekuppelten Fenstern BC4ü und schließlich 1903 die ersten C4ü. Reine A4ü und B4ü
wurden 1903/04 beschafft, allerdings nur je 5 Stück. Die übrigen Gattungen wurden stetig
weiter entwickelt. Sie fuhren 1908/14 mit dem Tonnendach, großen rahmenlosen Fenstern und
Drehgestell mit einem Achsstand von 3,5 m. Diese letzten bayerischen AB4ü, ABC4ü und
C4ü waren in ihrer ruhigen Linienführung neben den badischen die schönsten D-Zug-Wagen
unserer frühen Länderbahnen. Die Speise- und Schlafwagenläufe in und durch Bayern
wurden der JSG übertragen. In der Verbindung nach Berlin liefen preußische Schlafwagen.
Daher hatte die Bayerische Staatsbahn weder Schlaf- noch Speisewagen. Mit dem Wagenbestand
der Pfalzbahn erhielt die Staatsbahn 1909 einen weiteren Zuwachs an D-Zug-Wagen, der
nichts zusätzlich Bemerkenswertes bot.
Post- und Gepäckwagen
Die ersten "Postkondukteurwagen" waren Zweiachser, die in Größe und
Gesamtaufbau den gleichzeitigen Personenwagen entsprachen. Vereinigte Post- und
Personenwagen waren im Hauptbahnpark selten, (nur einige C Post) im Lokalbahnpark, wie
schon geschildert, häufig. Die Bahnpostwagen wurden von der Bahn gestellt. Der Achsstand
betrug 4,0 oder 4,37 m und sie hatten ein mittig angebrachtes Bremserhaus. Die zweiten
besaßen einen Achsstand von 3,79 oder 4,1 m und das bekannte einseitig in den Wagenkasten
eingefügte Bremserhaus. Ab 1883 wurden die Bahnpostwagen ausschließlich dreiachsig, seit
1891 auch vierachsig gebaut. Im Grundriß und Äußeren wurden sie mehr und mehr den Wagen
der Reichspostverwaltung angeglichen.
Eine ähnliche Entwicklung machten die Gepäckwagen durch. Ab 1868 wurden vereinigte Heiz-
und Gepäckwagen verwendet. Die ersten Dreiachser kamen 1892 in Betrieb, die ersten D-Zug-
Packwagen 1895. Auch sie waren, wie die Personenwagen, dreiachsig mit einem Zollabteil
oder deren zwei und mit der gleichen Bremsausrüstung für den internationalen Verkehr.
Diese P3ü wurden bis 1910 in 171 Stück geliefert, nach 1906 folgten die vierachsigen
P4ü. Die Dienstwagen für Güterzüge Pg entsprachen denen der anderen deutschen
Verwaltungen.
Hauptabmessungen bayerischer Personenwagen
| |
Bau-
art |
Gattung |
Bau
jahr |
Achs-
zahl |
Achs-
stand |
Länge |
Gewicht |
Abort-+
Wasch- |
Art
d.
Hand- |
Sitzplätze |
Bemerkungen |
| |
|
bayer. |
DRG |
|
|
m |
m |
t |
räume |
bremse |
1 |
2 |
3 |
4 |
|
1 |
Ab- |
PI u. II |
AB |
1865 |
2 |
3,21 |
6,97 |
7,3 |
- |
- |
6 |
16 |
- |
- |
Ostbahn |
2 |
teil- |
BCPL |
BCPw |
1866 |
2 |
4,66 |
9,22 |
9,5 |
- |
H |
- |
8 |
20 |
- |
|
3 |
wa- |
PI |
A |
1892 |
2 |
4,70 |
9,30 |
10,9 |
1+1 |
- |
19 |
- |
- |
- |
|
4 |
gen |
AB |
AB |
1887 |
2 |
5,50 |
10,42 |
12,5 |
2+2 |
H |
8 |
14 |
- |
- |
|
5 |
|
ABB |
AB4 |
1890 |
4 |
9,50
+ 2,50 |
15,20 |
25,7 |
2 |
H |
10 |
26 |
- |
- |
|
6 |
Durch- |
PIIIam |
Ci |
1858 |
2 |
3,65 |
7,90 |
7,5 |
- |
P |
- |
- |
40 |
- |
|
7 |
gangs- |
AL |
LAi |
1888 |
2 |
3,80 |
8,62 |
8,1 |
- |
P |
16 |
- |
- |
- |
|
8 |
wagen |
ABi |
AB3is |
1899 |
3 |
9,25 |
13,57 |
20,5 |
1 |
P |
9 |
18 |
- |
- |
|
9 |
|
ABo |
AB3 |
1900 |
3 |
7,50 |
13,06 |
15,5 |
1+1 |
P |
12 |
20 |
- |
- |
Lokalbahn AG |
10 |
|
CDL |
LCDi |
1928 |
2 |
6,00 |
11,58 |
11,1 |
1 |
P |
- |
- |
20 |
36 |
|
11 |
|
DL |
LDi |
1923 |
2 |
6,00 |
11,58 |
11,3 |
1 |
P |
- |
- |
- |
48 |
Zugführer und Schubabteil |
12 |
D-Zug- |
ABBü |
AB4ü |
1900 |
4 |
11,50
+ 2,44 |
18,12 |
31,2 |
2 |
P |
8 |
24 |
- |
- |
amerikanisch |
|
Wagen |
AAü |
A4ü |
1904 |
4 |
13,40
+ 2,50 |
19,78 |
39,5 |
2+1 |
P |
24 |
- |
- |
- |
H = Hausbremse P = Plattformbremse
Güterwagen
Nach der geschilderten Zeit von 1844 bis 1860, in der es auch
dreiachsige Güterwagen gab, ging die Staatsbahn wieder zum zweiachsigen Güterwagen mit
10 t Ladegewicht über. Es wurde teilweise in den achtziger Jahren auf 12,5 t, 1890 auf 15
t und - nur bei O-Wagen, seit 1906 auf 20 t erhöht. Im übrigen näherten sich die Bauten
der G- und-O-Wagen aller deutschen Staatsbahnen immer mehr, bis sie 1909/14 in den
Verbandsentwürfen des Staatsbahnwagenverbandes zu einer Einheitsform zusammenflossen. Als
Besonderheiten sind zu nennen die N-, G-Wagen mit Druckluftbremse oder Leitung,
Dampfleitung, durchgehende Trittbretter, die im Sommer als Ci, im Winter als N liefen und
die dreiachsigen "Nwl für Sz" mit 7,3 m Achsstand, 16 t durch Ballast
erreichtem Eigengewicht und nur 5 t Ladegewicht. Mit derselben Grundform wurde der
Hilfsgerätewagen entwickelt, der bis 1902/05 zwölfmal gebaut wurde.
Unter den offenen Wagen findet man vorübergehend 1891/93 nochmals die
dreiachsige Form beim Hochbordwagen VO und den Schienenwagen S. Sie hatten 6,6 m
Achsstand. Für den Dienstkohlenverkehr von Aschaffenburg zu den großen Betriebswerken
(Bw) wurden von 1903 an 51 vierachsige Talbot-Selbstentlader beschafft. Aschaffenburg war
damals Umschlagplatz der auf dem Wasserweg herangeführten Lokomotivkohle. Vierachsige
Flachwagen wurden erstmals 1894 gebaut. Die Tiefladewagen von 1910 hatten die
Besonderheit, daß der Rahmen der dreiachsigen Drehgestelle sich über Kegelfedern auf die
Achsbüchsen stützte.
Die übrigen, im deutschen Güterwagenpark gebräuchlichen Bauarten:
Verschlagwagen V, Rungenwagen R und Langholzwagen H entsprachen denen der
Nachbarverwaltungen. Kalk-(Klappdeckel-)Wagen gab es nie im altbayerischen Wagenpark. Die,
die später das bayerische Eigentumsmerkmal trugen, stammten von der Pfalzbahn.
Unter den Privatwagen standen - man möchte fast sagen:
selbstverständlich - die Bierwagen an vorderster Stelle. Die ersten wurden 1865 in den
Staatsbahnwagenpark eingestellt. Bis 1913 stieg die Anzahl auf 1450 Stück im
rechtsrheinischen und 85 im linksrheinischen Netz. Erwähnung verdienen die besonders
zierlichen Wagen mit nur 3,0 m Achsstand und 6,12 m Länge von 1886 und die umsetzfähigen
Wagen von 1914, die mit Westinghouse-, Henry- und einfacher Hardy-Bremse sowie mit
Dampfleitung ausgerüstet waren und auf die Spanische Nordbahn übergehen konnten.
Weitere bayerische Sonderfahrzeuge waren der überlange dreiachsige
Brotwagen von 1910, der Spielwarenwagen von 1881, der Kolonialwarentransportwagen von 1891
(in der Mitte ein G, an beiden Stirnseiten ein O! und der "Plateauwagen" von
1883. Dieser, der Fa. Krauss u. Co. gehörig, war zum Lokomotivtransport bestimmt.
Er konnte konstruktiv seine Herkunft aus einer Lokomotivfabrik nicht verleugnen, denn die
Achslager waren nicht in einzelnen Achslagern, sondern in einer Art Tenderrahmen geführt.
Unter den Bahn- dienstwagen sei auch der Feuerlöschwagen der ED Regensburg genannt.
Rollböcke zur regelspurigen Güterwagen- beförderung wurden nur auf der Strecke
Eichstätt-Kinding benutzt.
Hauptabmessungen bayerischer Güterwagen
| |
Bauart |
Gattung |
Baujahr |
Achs
zahl |
Achs-
abstand |
Länge |
Lade-
länge |
Lade-
fläche |
Lade-
gewicht |
Eigen-
gewicht |
Art der
Hand- |
Bemerkungen |
| |
|
bayer. |
DRG |
|
|
m |
m |
m |
m² |
t |
t |
|
|
1 |
Post- |
BP |
Post |
1861 |
2 |
4,00 |
8,36 |
- |
- |
5,00 |
10,10 |
H |
|
2 |
wagen |
Post |
Post 4 |
1891 |
4 |
10,80
+ 2,50 |
16,52 |
- |
- |
8,00 |
25,00 |
H |
|
3 |
Pack- |
C, später Ph |
Pwh |
1870 |
2 |
3,65 |
8,44 |
- |
- |
5,00 |
10,50 |
H |
Heizwgen |
4 |
wagen |
Pü |
Pw3ü |
1895 |
3 |
9,25 |
13,57 |
- |
- |
5,00 |
17,70 |
H |
|
5 |
ge- |
A² |
Gw |
1851 |
3 |
3,06 |
6,45 |
- |
13,20 |
6,00 |
5,10 |
- |
|
6 |
deckte |
Nwl für Sz |
Gwhlps |
1902 |
3 |
7,30 |
11,60 |
- |
26,50 |
5,00 |
16,70 |
H |
|
7 |
Güter- |
Bierwagen |
Gkwh |
1882 |
2 |
3,00 |
6,12 |
- |
10,10 |
8,00 |
8,80 |
H |
bis 1902 gebaut |
8 |
wagen |
Bierwagen |
Gkwhr |
1914 |
2 |
4,50 |
9,54 |
- |
20,10 |
12,30 |
15,10 |
H |
umsetzfähig |
9 |
|
Brotwagen |
Gklhp |
1910 |
3 |
9,25 |
15,20 |
- |
37,20 |
15,00 |
17,60 |
H |
|
10 |
|
Spiel-
waren-
wagen |
Gw |
1881 |
2 |
5,50 |
11,22 |
- |
23,20 |
10,00 |
8,10 |
- |
|
11 |
|
Kolonial-
waren-
wagen |
0Gw |
1891 |
2 |
5,50 |
11,22 |
- |
- |
10,00 |
9,80 |
- |
halb G, halb 0 |
12 |
Vieh- |
K,später Ve |
Vw |
1863 |
2 |
3,65 |
8,18 |
|
30,00 |
10,00 |
8,10 |
P |
zweibödig |
13 |
Wagen |
Venlg |
Wwlgh |
1886 |
2 |
5,50 |
11,22 |
- |
101,20 |
10,00 |
11,30 |
- |
vierbödig |
14 |
offene |
E² |
0w |
1846 |
3 |
3,16 |
6,35 |
5,26 |
13,00 |
6,00 |
5,00 |
F |
|
15 |
Wagen |
V0lmz(n) |
0lv |
1891 |
3 |
6,60 |
11,22 |
9,90 |
27,00 |
15,00 |
10,30 |
- |
f. Großvieh |
16 |
|
00tm(n) |
00t |
1903 |
4 |
9,00
+ 1,80 |
13,82 |
- |
- |
38,00 |
17,70 |
H |
|
17 |
Flach- |
Hz |
Hw |
1867 |
2 |
2,51 |
5,89 |
- |
- |
10,00 |
5,30 |
- |
Holzwagen |
18 |
wagen |
Sy, später R |
Rw |
1890 |
2 |
6,00 |
11,42 |
10,20 |
27,00 |
10,00 |
7,60 |
- |
|
19 |
|
SS,
später Smml |
Sm |
1880 |
3 |
5,50 |
11,22 |
10,00 |
24,10 |
20,00 |
8,10 |
- |
|
20 |
|
0mm |
Sm |
1883 |
3 |
4,30 |
9,66 |
8,50 |
23,80 |
20,00 |
7,60 |
- |
Lokomotiv- transportwagen |
H = Hausbremse, P = Plattformbremse, F = Freisitzbremse
Ausklang
Auf dem Höhepunkt der Entwicklung im Jahre 1914 setzte sich der Wagenpark der Bayerischen
Staatsbahn einschließlich des linksrheinischen Netzes mit folgenden Wagen zusammen:
55 Salon-, Kranken- und Versuchswagen
3070 Abteil-Personenwagen
2550 Durchgangspersonenwagen
450 D-Zug-Wagen
985 Lokalbahn-Personenwagen
140 schmalspurige Personenwagen
410 Postwagen
1700 Gepäckwagen
19250 gedeckte Güterwagen (G)
625 Viehwagen (V)
20950 offene Güterwagen (0)
65 Kalkwagen (K)
4365 Langholzwagen (H)
3015 Flachwagen (Rand S)
370 Güterwagen besonderer Bauart
3010 Arbeitswagen (X)
2115 Privatwagen
270 Bahndienstwagen
190 schmalspurige Güterwagen
68 Rollböcke
30 Rollwagen
Nicht behandelt wurden die 30 Akkumulatoren- und Gleichstrom-Trieb- und Beiwagen.
Während des Ersten Weltkrieges wurden Güterwagen und Personenwagen beschafft, allerdings
nur Wagen der 4. Klasse, die am 1. April 1918 mit der Badischen Staatsbahn eingeführt
wurden. (Das pfälzische Netz führte diese seit 1907.) Die durch den
Waffenstillstandsvertrag erlittenen Ablieferungen glich die damalige Gruppenverwaltung
Bayern durch Neubeschaffungen aus, vornehmlich durch bayerische Lokalbahnwagen bayerischer
Form. Dabei entstanden noch arteigene bayerische Wagen 4. Klasse. Nach diesen kamen nur
noch Einheits-Personenwagen für den Verkehrseinsatz in Betracht.
Die Wagenfarbe der Personen- und Güterwagen war bis weit in die Anfangszeit hinein stets
grün, bei den Güterwagen kam nach 1910 die Farbe rotbraun. Lediglich der königliche
Wagenzug hatte blauen blauen Anstrich mit goldfarbenen Verzierungen.

Voraussetzungen
für die Realisierung authentischer Fahrzeugmodelle(Teil 2)
von Wolfgang Hug, Karlsruhe
Vorbildrecherche und technische Realisierungsmöglichkeiten
Im Hinblick auf das geplante Vorhaben des Länderbahn-Forums, in Eigenregie ein Fahrzeug
zu realisieren, soll in einem (ursprünglich) zweiteiligen Beitrag auf die dazu
notwendigen Voraussetzungen eingegangen werden, nämlich die Vorbildrecherchen und die
technischen Realisierungsmöglichkeiten. In der letzten Ausgabe des Länderbahn-Forums
wurden einige prinzipiellen Bemerkungen über die Existenz von Vorbildunterlagen sowie
deren Bewertung für die Realisierung von authentischen Modellen gemacht. Im folgenden
zweiten Teil soll nun näher auf die technischen Realisierungsmöglichkeiten eingegangen
werden.
2) Technische Realisierungsmöglichkeiten
Der Einsatz technischer Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugmodellen ist neben der
geforderten Qualität und Präzision in erster Linie von der Stückzahl der
herzustellenden Teile abhängig. Da es sich bei dem geplanten Vorhaben um geringe
Stückzahlen handeln wird, scheiden einige technische Verfahren aus finanziellen Gründen
von Anfang an aus. Trotzdem sollen in der nachfolgenden Auflistung auch diese Verfahren
zumindest erwähnt werden, schwerpunktmäßig soll jedoch auf die Verfahren Ätzen und
Schleuderguß eingegangen werden.
Prinzipiell zu unterscheiden sind Verfahren zum Herstellen von flächigen Teilen oder zum
Bearbeiten von Blechen wie z.B. · Ätzen
· Erodieren (Draht-, Senkerodieren)
· Laserschneiden
· Stanzen
· Prägen
sowie solche zum Herstellen von dreidimensionalen Bauteilen wie
· Spritz- und Druckguß
· Schleuderguß (Wachsausschmelzverfahren)
· Spanende Bearbeitung (Drehen und Fräsen)
Ätztechnik
Das im Kleinserienmodellbau am weitesten verbreitete Verfahren zur Herstellung von planen
Teilen dürfte das photographische Ätzverfahren sein, mit dem nahezu alle metallischen
Werkstoffe im Materialstärkenbereich zwischen 0.01 und 1.5 mm durch eine lokale
chemischen Abtragung plan, grat- und spannungsfrei hergestellt werden können. Im
Gegensatz zur Stanztechnik wird als Werkzeug eine photographische Vorlage eingesetzt.
Dadurch lassen sich im Kleinserienbereich, ja sogar bei der Prototyperstellung, die sonst
relativ hohen Werkzeugkosten vermeiden. Die Ätztechnik erlaubt sowohl das
Ausschneiden von Teilen (Durchätzen) mit beliebigen Formen aus einer
Blechtafel genauso wie die Erstellung eines Reliefs also ein Abtrag eines
Oberflächenbereichs bis zu einer gewünschten Tiefe, so daß Vertiefungen oder
Er-hebungen gleichzeitig mit der geometrischen Formgebung realisiert werden können. Die
typischen Toleranzen liegen bei etwa 0.02-0.01 mm. Sie sind vom Werkstoff und von der
Materialstärke abhängig.
Da sich beim Ätzen das Werkstück komplett in der chemischen Ätzlösung befindet,
müssen die Stellen, an denen keine Abtragung stattfinden soll, durch eine geeignete
Schutzschicht abgedeckt werden. Dazu werden die Bleche mit einer lichtempfindlichen
Schicht abgedeckt. Zur Übertragung des in der Regel zur Erhöhung der Ge-nauigkeit
vergrößert gezeichneten Layouts auf das Blech wird von der Vorlage ein Film erstellt,
auf dem die gewünschten Teile in der Originalgröße
dargestellt sind. (Bei zweiseitigem Ätzen je ein Film von Vorder- und Rückseite,
deckungsgleich montiert). Nach Belichtung und Entwicklung der Photoschicht sind auf dem
Blech nur noch die Bereiche abgedeckt, welche nicht abgetragen werden sollen. Je nach
Werkstoff werden bestimmte Ätzchemikalien verwendet. Das bekannteste Ätzmittel, welches
insbesondere im Hobbybereich für die Leiterplattenerstellung verwendet wird, ist
Eisen-III-Chlorid (FeCl3), welches gemäß nachfolgender Reaktionsgleichung
2 FeCl3 + 3 Cu * 3 CuCl2 + 2 Fe
den Kupferanteil in der Messinglegierung in lösbares Kupferchlorid und Eisen umwandelt.
Das in der chemischen Umwandlung produzierte Eisen verbleibt auf der Werkstückoberfläche
und muß durch geeignete Verfahren (Umwälzung, Lufteinblasung, etc.) immer wieder von
dieser entfernt werden, um die chemische Reaktion nicht zu hemmen. Man unterscheidet
Tauchätzanlagen (Hobbyanwendung), Schaumätzanlagen (Hobby-/Profianwendungen) und Sprüh-
oder Strahlätzanlagen (Lohnätzen).
Ein Nachteil des Ätzverfahrens ist die Unterwanderung der Werkstückflanke während des
Ätzvorgangs. Entscheidender Parameter ist dabei der Ätzfaktor (0.3 x Material-stärke
M), d.h. das Endprodukt wird in seinen Außenmaßen um diesen Faktor kleiner, in seinen
Innenmaßen größer. Dies muß bei der Erstellung der Ätzvorlage berücksichtigt werden.
Bei beidseitigem Ätzen und dünnen Materialstärken können nahezu senkrechte Kanten
gefertigt werden, mit zunehmender Materialstärke entsteht eine Spitze im Querschnitt.
Darüber hinaus sind Mindestmaße für Bohrungen (12 x M), Stege (1-1.5 x M) und
Radien (Außenradien 0.67 x M, Innenradien 1 x M) zu berücksichtigen. Einzelteile sind
durch Verbindungsstege miteinander zu verbinden, damit sie nach erfolgter (Durch-)Ätzung
nicht aus dem Blechverbund herausfallen.
Im Modellahnbereich können alle planen Teile von Fahrzeugen oder auch Teile mit
zweidimensionalen Abwicklungen in Ätztechnik erstellt werden. So lassen sich bei
Verwendung von Messing in Biegequalität Kessel, Zylinder und Wagendächer erstellen,
welche nach dem Ätzen gebogen werden. Teile aus härteren Messingqualitäten lassen sich
einfach und genau abkanten, wenn rückseitig Biegenuten eingeätzt sind.
Als einziges Verfahren ist das Ätzen auch für den Selbstbauer erschwinglich. Einfache
Tauch- oder Schaumätzanlagen sind ab etwa DM 300,-- erhältlich (Conrad Electronic,
Saemann Modelltechnik). Bei diesen Firmen sind auch photobeschichtete Messingbleche (0.2
und 0.3 mm Materialstärke) und Ätzchemikalien erhältlich. Daneben gibt es viele Firmen,
die Lohnätzen als Dienstleistung anbieten. Bei diesen ist es mittlerweile möglich, das
mit einem CAD-Programm erstellte Layout über Datenträger oder Modem auf einen
Laserplotter zu übertragen um Masterfilme direkt zu belichten. Damit entfallen
umständliche optische Verkleinerungen und eventuelle Verzerrungen oder Ungenauigkeiten.
Drahterodiertechnik
Dieses Bearbeitungsverfahren ist für die Herstellung von zweidimensionalen Teilen mit
beliebigen Konturen geeignet, bei dem durch die elektrische Entladung zwischen Werkstück
und Drahtelektrode der Werkstoff aufgeschmolzen, teilweise verdampft und durch ein
Dielektrikum (z.B. Petrolium) weggespült wird. Es entstehen präzise Formteile mit
Genauigkeiten bis zu 0.001 mm. Bearbeitet werden können alle leiten-den Materialien bis
zu einer Materialstärke von mehreren Zentimetern. Durch das Packetieren einzelner Bleche
können in einem Arbeitsschritt auch gleichzeitig mehrere Teile gefertigt werden. Ein
Vorteil dieses Verfahrens ist die Schnittstelle zwi-schen CAD-Programm und CNC-Maschine
ohne lästige Zwischenschritte.
Dieses Verfahren eignet sich z.B. für die Herstellung von Barrenrahmen von Lokomotiven,
welche bedingt durch die Vielzahl der Aussparungen aus Festigkeitsgrün-den eine
gegenüber den anderen Blechteilen größere Materialstärke aufweisen sollten,
insbesondere bei größeren Spurweiten.
Stanzen und Prägen
Stanzen und Prägen sind sicherlich die ältesten der aufgeführten
Blechbearbeitungs-verfahren. Beim Stanzen drückt ein Stempel in der Form des gewünschten
Bauteils dieses komplett aus der umgebenden Blechplatte. Eine Negativform des Stempels,
die Matrize, verhindert ein Nachgeben des Bleches an den Rändern Ältestes
Anwendungsbeispiel für Prägen ist wohl die Münzherstellung. Dabei ist die Oberfläche
des Stempels nicht glatt sondern strukturiert und/oder das Teil wird nicht komplett aus
dem Blech herausgedrückt. Prägen und Stanzen sind auch in einem Arbeitsschritt möglich.
Die bei der Umformung auftretenden hohen Kräfte der Presse (Exzenterpresse,
Hydraulikpresse) beanspruchen Stempel und Matrize stark, so daß an diese hohe Ansprüche
bezüglich Oberflächengüte und Härte gestellt werden. Aufgrund der dadurch bedingten
relativ hohen Werkzeugkosten, insbesondere bei komplizierten Geometrien und strukturierten
Oberflächen, ist dieses Verfahren erst bei sehr großen Stückzahlen wirtschaftlich. Ein
weiterer Nachteil ist die Tatsache, daß die Teile in der Regel weder absolut plan noch
gratfrei sind. Ein Anwendungsbeispiel aus dem Modelleisenbahnbau sind Steuerungsteile bei
Großserienmodelle.
Kalander mit oberflächenstrukturierten Walzen eignen sich zur Herstellung von
Strukturblechen, wie z. B. Riffelblech oder Wellblech.
Die o.g. Verfahren sind für die Kleinstserienfertigung nicht geeignet, zumal sie
gegenüber der Ätztechnik keine nennenswerten Vorteile aufweisen können. Die
Möglichkeit einer echten dreidimensionalen Oberfächenstruktur beim Prägen gegenüber
dem zweidimensionalen extrudiertem Relief beim Ätzen ist für den H0-Maßstab ohne
Bedeutung.
Schleuderguß im Wachsausschmelzverfahren
Massive, dreidimensionale Teile werden hauptsächlich im Schleudergußverfahren
hergestellt, insbesondere dann, wenn sie nicht rotationssymmetrisch sind und nicht auf
CNC-Maschinen kostengünstiger zu fertigen sind. Zuerst wird von dem gewünschten Teil ein
Urmodell erstellt, welches bereits sämtliche Details des in Serie zu fertigenden Teils
erhalten muß. Von diesem Urmodell wird dann eine flexible Silikonform angefertigt, die in
der Regel heiß ausvulkanisiert wird. Die Form wird in der Trennungsebene geteilt und kann
über Formnasen immer wieder paßgenau zusammengesetzt werden. Der durch die beiden
Formhälften gebildete Hohlraum stellt somit eine Negativform des abzugießenden Teils dar
und wird so oft mit Wachs ausg-gossen, wie insgesamt Teile benötigt werden. Die
Wachsabgüsse können durch Trennen der beiden Hälften unversehrt aus der Form
herausgenommen und anschließend zu einem Gußbaum zusammengesetzt werden. Dieser wird in
eine Hohlform gesetzt und mit feinkörniger Formmasse aufgefüllt. Nach Abbinden der die
Wachsteile exakt umschließenden Formmasse kann das Wachs ausgeschmolzen und ausgebrannt
werden. Gleichzeitig wird die gewünschte Gußlegierung (z.B. Mes-sing oder Neusilber)
unter hohem Druck in die Form gepreßt. Beim Erstarren aus der Flüssigphase schwindet das
Gußmaterial um etwa 3-4%. Diese Volumenverkleinerung muß bei der Erstellung der
Urmodelle berücksichtigt werden. Nach Erkalten wird der Gußbaum von der Formmasse
getrennt, die eigentliche Form geht dabei verloren und ist nicht weiter verwendbar.
Während sich bei der Prototyerstellung von größeren Teilen bereits das CNC-gesteuerte
Rapid Prototyping (Polymere Stereolithographie, schichtweises Aushärten der
Werkstückkontur aus der Flüssigkunststoffphase mittels Laser) etabliert hat, ist der
Urmodellbau im Modellbahnbereich weitgehend Handarbeit. So müssen z.B. alle Nieten oder
Schraubenköpfe einzeln gesetzt werden. Neben der möglichst exakten Detaillierung des zu
fertigenden Teils sind einige gußtechnische Parametern zu be-rücksichtigen. Wandstärken
von 0.4 mm sollten nach Möglichkeit nicht unterschritten, solche über 2.0 mm nicht
überschritten werden. Massive Bauteile sollten Aussparun-gen (Schlitzfräsungen) von
mindestens 2.0 mm haben. Die Tiefe von Bohrungen oder Aussparungen sollten den Durchmesser
nicht überschreiten. Außerdem sollte durch Vermeidung von Hinterschneidungen die
Wachsabgüsse unversehrt ausgeformt werden können.
Der Beitrag des Selbstbauers zur Erstellung von eigenen Gußteilen wird auf die
Fertigung der Urmodelle beschränkt bleiben. Erstellung der Silikonformen sowie Anfertigen
der Wachs- und Metallabgüsse sollte den Fachbetrieben überlassen werden.
Soweit der zweite Teil dieses Beitrags. Vorbereitend bzw. ergänzend zu den nun doch etwas
konkreter werdenden Löt-Workshops im nächsten Jahr soll in einem dritten Teil über
Montage, Feinstrahlen und Spritzlackierung berichtet werden.

Kurz belichtet
* Ein Hinweis in eigener Sache: Die Bezeichnung H0pur ® ist ein eingetragenes
Warenzeichen der Willy Kosak Verlags GmbH, Neuhaus. Produkte zu
diesem System sind dort ebenfalls erhältlich (BAHNSINN SHOP, Burgstrasse 17,
D- 91284 Neuhaus - Fax: 09156-998935)
* Wie siehts denn mit der Kleinserienkrise aus? Ihre Meinung interssiert uns
sehr....
* Zum gleichen Thema finden Sie in Hp1 (Ausgabe Herbst 1997) Modellbilder, bei denen man
den Atem anhält - und nicht glaubt, dass es sich um
Modellaufnahmen handelt (unter Benutzung von Silflor Produkte, das wohl beste
Angebot auf dem
Gebiet von Bäumen und Gräsern in Spur H0);
* Gesucht wird: Thomas Heyl! Wer kann einen Hinweis geben wo wir diesen
hervorragenden Modellbauer finden können???
* Von unserem Hobbykollegen, Herrn Heinritz aus Marbach habe ich einen hervorragenden
Vorschlag erhalten: Den Tausch von Dienstleistungen unter den Lesern des Länderbahn
Forum! Nach dem Motto: Baust Du meinen Schuppen, baue ich Deine Lok könnten
wir im kleinen Kreis von unseren unterschiedlichen Fertigkeiten und Erfahrungen
profitieren.. Was halten Sie von diesem Vorschlag? Ich bitte um vielfältige
Reaktionen......... und in Zukunft auch bitte
mehr Bauberichte.....schliesslich wollen wir den Selbstbau propagieren.......

FRAGEZEICHEN
Die steigende Anzahl Fragen, welche auf Beantwortung warten, gibt an daß ein Forum für
Länderbahnfreunde sicher dringend nötig ist. Bitte helfen Sie den Kollegen, wenn Sie
können, da Informationen leider allzuoft nicht mehr zu finden sind. Falls Sie helfen
können, möchte ich Sie bitten um direkt mit dem entsprechenden Modellbahn-Kollegen
Kontakt aufnehmen. Alternativ können Sie auch mir die Informationen zu senden, dann kann
ich diese weiterleiten und im Länderbahn publizieren.
1.) Herr Rainer Spohr (Am Hange 22, D-34130 Kassel) hat die folgenden Fragen:
- suche Unterlagen (Fotokopien angenehm) zum Weichen- und Schienenbau der K.Bay.Sts.B. zum
Nachbau im Modell;
- Unterlagen zum Nachbau der Torfmunitionswagen der K.Bay.Sts.B. gesucht;
- Wer hat Informationen über Werbewagen von einem USA-Zirkus in Europa von vor 1914?
- Wer hat Bahnhofspläne der Ostbahn (Berlin-Kreuz-Königsberg-Eydtkuhnen), besonders auch
kleinere Stationen sind gefragt;
- Wer nennt/verkauft K.P.E.V.-Beschriftungen für die Spurgröße N (1:160)?
- Wann wurde der Vorläufer der Westinghouse-Schnellbahnbremse in Bayern eingeführt, und
wie sahen die Teile aus: z.B. die Punpe, die Schmierung/Ölung derselben, der/die
Bremszylinder, gab es auch Hilfsluftbehälter, wie sah das Steuerventil aus?
2.) Tobias Frydman sucht das Buch (eine Kopie ist auch prima) "Von der Ostbahnstrecke
zur S-Bahn-Linie" von Manfred Bräunlein, Fahner Verlag;
3.) Herr Martin Gaudlitz (Beim Hornschen Hof, D-18055 Rostock) hat die folgenden Fragen:
- Wie weit erfolgte Lokbespannungen im grenzüberschreitenden Verkehr?
- zwischen deutschen Ländern?
- beim Befahren angrenzender europäischer Länder
- Gab es bei Doppelbespannungen die Bespannung mit Loks
unterschiedlicher Länderbahnverwaltungen ?
- Gab es Schnellzüge mit Personenwagen unterschiedlicher Länderbahnen
in einem Zugverband (auch Kurswagen usw.)?
- Welcher Verwaltungsaufwand im grenzüberschreitendem Verkehr wurde
betrieben, welche Anlagen, auch
bahntechnischer Art waren
erforderlich (z.B. Zollabfertigungs-gebäude, Gebäude für Beamte der unterschiedlichen
Bahnverwaltungen, gemeinsam nutzbare Bereiche usw.)?
- Wie erfolgte bis wann Gütertransport im grenzüberschreitenden
Verkehr, mußten Güter nach Grenzüberschreitung umgeladen werden? Gab es die Genehmigung
zur Nutzung fremder Güterwagen? Wie waren die Festlegungen?
- Gab es Zollschranken oder/und anderweitige Grenzanlagen oder
Grenzbevestigungen?
4.) Sander van Werkhoven (Bitte Ihre Antwort an die Redaktion weiterleiten) sucht
Informationen und Abbildungen (Kopien) von Oberleitungen welche in der Übergangszeit der
K.Bay.Sts.B. zur Gruppenverwaltung vzw. DRG in Bayern (auch von der LAG) benutzt wurden.
Außerdem sucht er entsprechende Modellnachbildungen, wer kann weiterhelfen?
5.) Herr Bernd Emanuelsson (Stresemannstr. 2, D-53123 Bonn) sucht Informationen zu den
Bremsanlagen des Pwg bay 02. Eins Skizze (auch Kopie) wäre sehr hilfreich.

Gliederung
der Eisenbahn-Verkehrsordnung von 1899
von Rainer Spohr, Kassel
Die Eisenbahn-Verkehrsordnung (hinfort: EVO) von 1899 gliederte sich in vier Schwerpunkte:
A, B, C, und D sowie als Anhang eine "Allgemeine Kilometer-Tariftabelle".
Schwerpunkt A beinhaltet die EVO nebst allgemeinen Zusatzbestimmungen, unterteilt in:
I = Eingangsbestimmungen, II = Allgemeine Bestimmungen, III = Beförderung von Gütern, IV
= Schlußbestimmungen (88 Seiten).
Schwerpunkt B stellt vor die Allgemeinen Tarifvorschriften nebst Güterklassifikation, und
zwar
I = Grundsätze für die Frachtberechnung, II = Auf- und Abladen der Güter, III =
Beförderung der Güter, IV = Frachtfreie Beförderung von Decken, Ladegeräten, Wärme-
und Kälteschutzmittel; Sperrige Güter; Spezialtarife für Wagenladungsgüter in gedeckt
gebauten Wagen; Güterklassifikation.
Schwerpunkt C umfasst den Nebengebührentarif, als da sind 15 Unterpunkte, wie z.B.
Wägegeld, Lager- und Platzgeld, Zoll- und Steueramt, Nachnahme-Provision,
Benachrichtigungsgebühren, Desinfektionsgebühren; sowie ein Anhang (u.a. ein
alphabetisches Verzeichnis der Gegenstände, aufgeteilt in die fünf Tarifgruppen).
Schwerpunkt D endlich beinhaltet den sehr umfangreichen Kilometer-Anzeiger für alle
Deutschen Stationen (a) sowie (b) für alle Niederländischen Stationen. Also die
Frachtsätze für Hafenstationen, dito für die holländischen Eisenbahn, die
Niederländische Staatsbahn, die Niederländische Centralbahn, die Nordbrabant-Deutsche
Bahn und die Grand Central Belge Bahn; und als Anhang die "Allgemeine
Kilometer-Tariftabelle".
Veröffentlichungen
Die allgemeinen Bestimmungen, sowie der für die einzelnen Verkehre bestehenden besonderen
Vorschriften, für die Beförderung von Eil- und Frachtgütern, erfolgte in den
entsprechenden Fachzeitschriften.
In obigen Falle durch die Königliche Eisenbahn-Direktion zu Berlin als
geschäftsführende verwaltung im "Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen
Staats-Anzeiger" und in der "Zeitung des Vereins Deutscher
Eisenbahnverwaltungen". So wurden aber auch in den "Bundesländern" eigene
Amtsblätter gedruckt, die diese "Gesetze" veröffentlichten. Ein Beispiel sei
das "Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel" von 1878, wo im Amtsblatt
No. 71, ausgegeben Mittwoch den 20. November" unter 1124 steht: Verordnungen und
Bekanntmachungen Kaiserlicher und Königlicher Behörden.
1124. "Mit dem 1. Januar d.J. tritt der
Spezialtarif für Pflastersteintransporte von
Helmarshausen und Carlshafen nach magdeburg vom
2. April 1873 außer Kraft und kom-
men an Stelle desselben die betreffenden für
Helmarshausen eine Frachterhöhung ergeb-
enden Tarifsätze des Norddeutschen
Eisenbahn-Verbandes zur Anwendung.
Hannover den 13. November 1878
Namens sämmtlicher betheiligter
Eisenbahnverwaltungen.
Königliche Eisenbahndirektion
Ein Beispiel
Zieht man den Güterkilometer-Anzeiger zu Rate, ergibt sich von Helmarshausen bei Cassel
nach Magdeburg Elbbahnhof ein "Tarifkilometer" von 310. Mit anderen Worten, der
Wagen mit dem o.g. Pflastersteinen muß einen Weg von 310 Kilometern zurücklegen. Nun
sind die Tarife von 1878 nicht mehr die von 1900. Aber darum geht es hier auch nicht -
obwohl auch eine solche Vergleichsmöglichkeit von Interesse wäre - sondern der Schreiber
möchte anhand des o.g. Buches beim Beispiel Pflastersteine bleiben. Die sollen nun von
Helmarshausen nach Magdeburg-Elbbahnhof gelangen.
Bedingungen
Um die Pflastersteine zu verladen, müssen sie zur Bahn gebracht werden. Das geht per
Pferdefuhrwerk. Das " Betreten der Bahnhöfe und der Bahn" regelt § 5 EVO: man
darf das nur zu bestimmten Zeiten und nur in die dem "Publikum für immer oder
zeitweilig geöffnete Räume ist Jedermann ..... untersagt" außerhalb der
"Öffnungszeit". Alles klar?!
Die Bahn hat per § 6 die "Verpflichtung zum Transporte", allerdings nur, wenn
"1. geltenden
Beförderungsbedingungen... entsprechen" wird, und "2. die Beförderung mit den
regelmäßigen Transportmitteln möglich ist..."
Nun bei Pflastersteinen kein Problem...
Ausgeschlossen sind nach § 50 u.a. alle "Gegenstände, welche dem Postzwang
unterworfen sind...." (also Briefe, Pakete, usw.) Paragraf 51 regelt den Inhalt des
Frachtbriefes (siehe Anlage 1). Der Frachtbrief als leeres Formular kostet bereits Geld,
für die Ausfüllung... durch die Güter- Abfertigungsstelle sind ebenfalls Gebühren
fällig (§ 52, (1) + I.)
Pflastersteine fallen unter Spezialtarif III, dürfen "in beliebiger Verpackung...
unverpackt oder loss in heu, Stroh und dergl. Verladen, oder mit Schutzleisten versehen,
oder in offenen (deckellosen) Kisten oder in Lattenkisten..." zum Versand gebracht
werden.
Weitere Kosten
Nach dem Nebengebührentarif (Abteilung B) römisch 1 "Verkaufspreise und Gebühren
für Ausfüllung und Abstempelung von Formularen" ergeben sich für unsere
Pflastersteine nach 1.(1) für ein Formular für "deutsche Frachtbriefe" o1
Pfennig pro Formular; dazu ein Steuerpapier zu 03 Pfennig; für das Ausfüllen des
Originals 10 Pfennige sowie weitere 10 Pfennig je Duplikat; für das Abstempeln weitere 10
Pf je Formular; nun folgen die Gebühren ("II. Wägegeld") für " das
Verwiegen mittelst der Gleiswaage", also eine sogenannte Wagenladungsgebühr von
einer Mark (1,00 M). Geht man davon aus, daß die Pflastersteine in offenen Kisten
angefahren werden, so sind bei Auf- und Abladen mittels Kran noch dieses
"Krahngeld" zu entrichten = drei (3) Pfennige je 100kg plus zwei Mark je Wagen
plus 4 Pf je 100kg wenn "für die Ausführung des Ladegeschäftes...Arbeiter der
Eisenbahn" herangezogen werden müssen. Ach ja, und falls an diesem Bahnhof kein
Ladekran vorhanden ist, und er auf "einem bezüglichen Antrag von der Eisenbahn zu
dieser Station herangeschafft wird" sind für diesen Wagenkran weitere Mark 3 vom
Pflasterstein-Versender zu zahlen. (Für solche Ladegeschäfte im Modell eignet sich gut
der Kran im Märklin/Trixschen TORFZUG - zum Transport muß er zerlegt
werden!)
Nun folgt das "V. Lager- und Platzgeld. Wagenstandgeld" nach §§ 56 + 69 EVO.
" An Lagergeld wird erhoben... im Freien lagert...je auch nur angefangene 24 Stunden
je 100kg = 04 Pfennige, "oder" ... das Platzgeld für 1 qm und 10 Tage kostet 02
Pfennige...". Interessant der Teil (3) "... das Platzgeld kommt auch dann zur
Erhebung, wenn....andere Rohmaterialien nach Verladung auf einer mit einer Gleiswaage
nicht ausgerüsteten Station bei Feststellung des Gewichts der Ladung auf einer
Unterwegsstation wegen Überlastung des Wagens abgeworfen und bis zur anderweiten
Verladung vorübergehend niedergelegt... werden müssen." (!) (Ein Spielmoment mehr
bei den Modellbahnern..!).
Das Wagenstandgeld pro Wagen und 24 Stunden beträgt 02 Pfennige, und " nach
Ablauf... der zugestandenen Frist wird auch für Sonn- und Feiertage Lagerveld,
Wagenstandgeld und bzw. Standgeld erhoben ". Da die Pflastersteine im offenen Wagen
nicht abgedeckt werden muß auch keine " Deckenmiethe und Verzögerungsgebühr für
Decken " bezahlt werden. Nun noch " für die Signirung der Frachtstücke unter
Hergabe des Materials, ohne Rücksicht auf die Stückzahl, für 1 Stück..... 05 Pf.
"
Beförderungsvorschriften
" Die Bediensteten der Eisenbahnen haben im Verkehre mit dem Publikum ein
entschiedenes, aber höfliches Benehmen einzuhalten.....Den Bediensteten ist das Rauchen
während des dienstlichen Verkehrs mit dem Publikum verboten..." [§ 1 (1), (3)].
" Die Eisenbahn ist verpflichtet, Güter zur Beförderung von und nach allen für den
Güterverkehr eingerichteten Stationen anzunehmen, ohne daß es für den Uebergang von
einer Bahn auf die andere einer Vermittelungsadresse bedarf " (§ 49). Und weiter (§
50): ".... Die Anschlußbahnen sind zur Zurückweisung von..... Sendungen welche von
einer Vorbahn zur Uebernahme angeboten werden, nicht befugt...". Es gibt eine
Ausnahme, die sich nur darauf bezieht, daß das Gut nicht den Verpackungsvorschriften
entspricht: dann kann die Weiterbeförderung verweigert werden.
Bringt nun ein Absender sein Gut zur Bahn, das aber nicht sofort versendet werden kann, so
ist " die Eisenbahn... verpflichtet, soweit die Räumlichkeiten es gestatten, gegen
Empfangsbescheinigung mit dem Vorbehalt in einstweilige Verwahrung zu nehmen...". (§
55). Dies ist eine Erweiterung des § 55 (1) EVO, " Die Eisenbahn ist nur
verpflichtet, die Güter zum Transport anzunehmen, soweit die Beförderung derselben
sofort erfolgen kann ". Das war in den ersten Jahren (1835 - 1845) vielleicht noch
möglich, danach aber nicht mehr, und so hat der § 55 einige weitere Vorschriften
erhalten: z.B. dürfen leicht verderbliche Gegenstände nicht eingelagert werden, auch
nicht vorübergehend! Und ganz wichtig für Reklamationen war schon der Eintrag, daß
" das Einverständnis des Absenders... im Frachtbrief an der für "
Vorgeschriebene oder zulässige Erklärungen vorgesehenen Stelle auszusprechen sei ".
[§ 55 + II. (3)].
Einlieferung und Versenden müssen beurkundet werden, denn der Versender muß ja die
Rechnung bezahlen. Daher erwartet die Bahn vom Versender, daß er früh genug und
schriftlich seine Versandware anmeldet, damit die Bahn den Transportraum fristgemäß
stellen kann.
Zoll-, Steuer-, Polizei- und statistische Vorschriften
Dies ist der § 59 der EVO. Er verpflichtet den Absender..." dem Frachtbriefe
diejenigen
Begleitbriefe beizugeben, welche zur Erfüllung der etwa bestehenden Zoll- , Steuer- oder
Polizei- vorschriften vor der Ablieferung an den Empfänger erforderlich sind..." [§
59 (1)]. Für unsere Wagenladung mit Pflastersteinen von Helmarshausen bei Cassel bis nach
Magdeburg-Elbhafen muß der Absender keinen Bevollmächtigten benennen, der der
Zollabfertigung beizuwohnen hätte, da nach meinen Unterlagen keine Zollabfertigung
stattfand. Ebenso entfällt der Anmeldeschein mit dem Stempel des Kaiserlichen
Statistischen Amtes, da die Pflastersteine die Grenzen des deutschen Zollgebiets nicht
ein-, aus- oder durchschneiden. [§ 59 + VII (7)}.
Kommen wir jetzt zu § 66 EVO, Ablieferung des Gutes
..." Die Eisenbahn ist verpflichtet, am Bestimmungsorte dem bezeichneten Empfänger
gegen Bezahlung.... und gegen Bescheinigung des Empfanges (§ 68, Abs. 7)... den
Frachtbrief und das Gut auszuhändigen...". Das gilt auch heute noch so. Als Ort der
Ablieferung gilt die vom Absender bezeichnete Bestimmungsstation. Liegt der Bestimmungsort
nicht an einer Bahnstation, so kann der Absender an dem von ihm bestimmten Bahnhof das Gut
abladen, lagern, und vom Empfänger abholen lassen.
Somit sind wir bei dem bereits erwähnten § 68: Verfahren bei Ablieferung des
Gutes.
Beinhaltet das Abladen der Güter schriftlich fixierte Tarife nach der EVO, so ist die
Bahn verpflichtet, die Güter zu entladen und per Bote, Post oder Telegramm den Empfänger
davon zu benachrichtigen. Ist aber eine andere Vereinbarung schriftlich getroffen worden,
und ist der Empfänger verpflichtet, die Güter selbst abzuladen, so ist " ... diesem
auf seine Kosten...stehts Nachricht zu geben " ... Wird ein Spediteur eingeschaltet,
so kann dieser seine Kosten bei dem Besteller geltend machen, und ... " die Eisenbahn
kann, wo sie es für angemessen erachtet, Rollfuhrunternehmer zum An- und Abfahren der
Güter.... bestellen... Die Rollfuhrunternehmer... gelten als Leute der Eisenbahn im Sinne
des § 9 EVO.
Anwendungsmöglichkeiten für den Länderbahn-Freund
Nach diesen etwas "trockenen" - aber für das Verständnis wichtigen -
Einführungssätzen kann der Länderbahn-Freund nun zur Tat schreiten; will sagen, er kann
jetzt etwas vorbildgetreuer "spielen". Dies gilt besonders im Bereich des
Güterverkehrs. Der Personenverkehr ist ja überall gut vertreten mit Informationen. Man
denke nur an die Kursbücher, die Fahrpläne, Lokumlaufpläne und Wagenreihungspläne, die
es in den diversen Veröffentlichungen gab und gibt. So weit so gut für den
Personenverkehr. Aber was gibt es über den Güterverkehr? Dem Schreiber dieser Zeilen
sind nur ganz wenige - und davon nur Bruchstücke - bekannt (s. A. Quellenliste im
Anhang).
Konkret jetzt: für die oben genannten Pflastersteine brauchen wir einen offenen
Güterwagen ( oder zwei, drei...) der preußischen Type Om, Ow, Oc oder O, mit Bremse oder
ohne Bremse. Sie sind Bayernfan? Kein Problem, alle Bahnverwaltungen hatten offene Wagen,
die für den Pflastersteinetransport geeignet waren. Nehmen Sie also ruhig Ihre
Vorbildbahn!1
Nun erstellen Sie den Laufweg, den Frachtzettel und spielen die Sache durch, egal ob Sie
folgenden " oder Ihren eigenen" Vorschlag ausführen.
Der Frühzug bringt den offenen Wagen als Leerwagen mit, und er wird ausrangiert und im
Freiladegleis abgestellt. Der Absender wurde ja schon vor zwei Tagen davon unterrichtet,
und hat per Pferdefuhrwerk Pflastersteine angefahren (haben Sie entschieden: per Kiste
oder per Hanverlad?). Nun beginnt das Ladegeschäft - macht der Absender es, oder die
Bahn? Wie stehts im Frachtbrief? Muß ein Ladekran geordert werden? Werden die Ladefristen
eingehalten? Hat Ihre Station eine Gleiswaage? Mit welchem Zug wird der Wagen abgefahren?
.... Sie sehen, alleine eine Ladung Pflastersteine zu versenden ( und zu empfangen)
benötigt einen Netzplan, viel Zeit, und macht richtig Spaß! Schließlich haben Sie ja
auch noch die Personenzüge, die abgefertigt werden müssen; und vielleicht den einen
Schnellzug, der morgens nach Berlin ( oder Augsburg, oder Schneidmühl, oder Speyer,
oder....), und abends wieder zurück fährt (hoffentlich mit La-Fahrstelle im
Bahnhofsbereich - Gleisbau? - damit er schön langsam durchrollen muß, da solche Züge
eh nie hier halten... und die schöne S 4 pr, oder wü C, oder bay B XI, oder bad
IId sich sonst die Radreifen in der Vitrine platt drücken würde...!
Wie sagte der legendäre Ellison schon vor 60 Jahren? " MODEL RAILROADING IS
FUN!" Kein Grund für uns Länderbahn-Forum-Leser nicht genauso zu handeln!
Also, Bremsen lösen, Regler auf, Sandstreuer an, das Signal zeigt Hp1, der Zugführer hat
gepfiffen -.

Wagenbauprojekt
Ja, er wird kommen, unser erster Eigenbau-Wagen! Bevor ich aber hierauf eingehe, will ich
mich zunächst erst einmal bedanken für die vielen Zuschriften zum Thema
bayerischer Ostbahn-Bierwagen.Kommt er den wirklich? Ich will Sie nicht auf
die Folter spannen: Ihre Reaktionen waren so positiv, daß das Projekt aufgrund der
Nachfrage realisiert werden kann.
Welche Reaktionen habe ich erhalten? Zunächst erstaunte mich die Vielfalt der
unterschied-lichen Detailwünsche. Die Palette der Preferenzen reichte von
Großserienmodellniveau (einige Meldungen) über Bavaria-Standard (die Mehrzahl unter
Ihnen) bis zu H0pur ® (einige wenige Fanatiker) bezüglich des Fahrwerks.
Hier wird letztendlich die Mehrzahl den Ausschlag geben und wir werden voraussichtlich die
entsprechenden Guß- und Bauteile von Bavaria benutzen.
Wesentlich einheitlicher waren die Reaktionen bezüglich des Aufbaus. Hier finden mehr
dann 90% von Ihnen, daß es Messingqualität sein sollte. Auch hier habe ich inzwischen
einige Lohnätzer angeschrieben und erwarte ein positive Reaktion.
Wie stehts mit dem Preis? Der wunde Punkt in diesem Projekt. Zwar wird ein
hochwertiger Detaillierungsgrad erwartet, nur der Preis sollte nicht zu hoch sein. Die
Vorschläge gehen in Richtung DM 50,- bis DM 150,- für einen Bausatz. Die genannte
Untergrenze ist allerdings in hochwertiger und vorbildgerechter Ausführung einfach nicht
drin, will man einen Komplettbau-satz erhalten. Wo die Grenze ziehen? Ich gehe im Moment
davon aus, daß ich Ihnen in der nächsten Ausgabe des Länderbahn Forum ein konkretes
Angebot unterbreiten kann, welches sowohl in qualitativer als auch preislicher Hinsicht
interessant sein sollte. Dies kann aber erst geschehen, wenn der Produktionsprozess
genauer definiert ist und hier ist noch einiges zu tun.
Ich will Sie deshalb dann auch noch um etwas Geduld in dieser Richtung bitten, aber dies
ist unser erstes Projekt und wir wollen die Sache sorgfältig und
professionell anpacken.


Schienenoberbau
süddeutscher Länderbahnen und die Umsetzung im Modell (Teil 1)
von Jacques Timmermans, Belgien
Mitte des vorigen Jahrhunderts, als das Aufkommen der ehemaligen deutschen Länderbahnen
im vollen Gange war, vollzog sich die Entwicklung des Schienenoberbaus der deutschen
Länder in unterschiedlicher Weise. Als mit dem Bahnoberbau in Baden, Bayern und
Württemberg begonnen wurde, waren weltweit folgende Hauptsysteme verbreitet:
Das englische System
In dem eisenreichen, aber holzarmen England wurden nahezu ausschließlich doppelköpfige
Schienen, welche auf soliden Stühlen aus Gußeisen auflagen, verwendet. Die
Schienenstühle lagen auf starken Eichenholzschwellen, die sich in einer hohen Bettung aus
hartem Steinschlag befand. ( das Querschwellen System).
Das amerikanische System
In Amerika, dessen Holzreichtum sehr groß war, wogegen die Eisenindustrie noch eine
geringe Bedeutung hatte, legte man in eine schwache Bettung die Querschwellen in
Entfernungen von zwei bis drei Meter. Darüber wurden starke Langhölzer gelegt, auf
welche zuerst Flach- oder Brückenschienen, später Schienen mit breitem Unterteil
festgeschraubt oder festgenagelt wurden. (Langschwellen System)
Das deutsche System
Dieses stellte eine Zwischenform des englischen und amerikanischen Systems dar; man
benutzte die von Bignoles im Jahre 1836 in Europas eingeführten breiten Schienen, die auf
hölzernen Querschwellen (welche auf einer mittelstarken Bettung lagen) ohne Vermittlung
von Stühlen mit Hakennageln befestigt wurde. Das deutsche System wurde auch in Baden,
Bayern und Württemberg angewendet und wurde in der Folge ständig weiter perfektioniert.
Diese Verbesserung geschah in erster Linie bei dem Schienenbau. Mit dem stetigen Wachsen
des Verkehrs und der damit in Verbindung stehenden Zunahme des Gewichts und der
Fahrgeschwindigkeit der Züge steigerten sich die Anforderungen an den Oberbau
fortwährend, so daß nach und nach immer schwerere Schienen gelegt werden mussten.
In Bayern entwickelte sich das Schienengewicht von 21,96 kg. (Schienenprofil V) bis 43,86
kg (Schieneprofil X) Metergewicht, die Länge der Schienen stieg von 9,00 m. auf 18,00 m.
In Württemberg wuchs das Metergewicht von 30,7 kg (Schienenprofil A) bis 43,5 kg
(Schienenprofil E), die Länge der Schienen von 4,56 m. auf 12,0 m; für
Brückenanschlüße und dergleichen wurden einzelne Schienen in der Länge von 18,0 m.
verwendet.
. . . Und im Modell
Im Modell dagegen stehen uns Modellbauer, ausgehend von Großserienerzeugnissen, nur zwei
unterschiedlichen Gleisoberbausysteme zur Verfügung:
Modellgleisen mit Holzschwellenoberbau gibt es u.a. von Fleischmann, Lima, Märklin, Peco,
Pilz, Roco, und Shinohara. Modellgleisen mit Betonschwellenoberbau bieten u.a. Roco und
Peco.
Für diejenigen, die eine Länderbahnanlage bauen möchten, kommt eigentlich nur ein
Gleisoberbau mit Holzschwellen in Betracht. Die Herstellung von Modellgleisen mit
Steinwürfel-Oberbau, mit Eisenschwellen oder ein Gleisoberbau nach Langschwellen-System
hat derzeit noch kein einziger Hersteller geplant und es erscheint auch nicht realistisch
dies zu erwarten. Hier ist also reiner Selbstbau angesagt!
. . . Profilhöhe
Hierzu mein Beitrag, welcher es dem Länderbahn-Modellbauer etwas leichter machen soll,
die damals verwendeten Schienenoberbauvorbilder in Modell umzusetzen. Über die im Modell
geplante Profilhöhe entscheidet jeder Modellbauer selber; es können für HO Profilhöhen
von Code 55 bis Code 100 eingesetzt werden, wobei allerdings nur Code 55 bis Code 70
einigermassen maßstabsgetreu sind. (1,4 bis 1,8 mm. Profilhöhe). Betrachten wir
industriell gefertigte Gleise einmal etwas näher, werden wir feststellen können, daß
alle erhältlichen Gleissysteme sehr verschiedene Schwelleneinteilungen aufweisen, die auf
das Original bezogen Schwelleneinteilungen ergeben von etwa 548 bis 652 mm. Diese
Schwelleneinteilungen entsprechen den Schwelleneinteilungen der Bundesbahn für
Hauptgleise und Gleise zweiter Ordnung (entspricht dem früheren Reichsbahn Hauptgleis).
Eines steht fest: Mit den, bei den deutsche Länderbahnen
angewendeten Schwelleneinteilungen, besteht keinerlei Ähnlichkeit. Das gleiche gilt
übrigens auch für die Schwellen der Industriegleise. Ich habe die gängigen Typen
vermessen und habe das Ergebnisse in der folgenden Tabelle zusammengefaßt (hierbei
handelt es sich jeweils um Flexgleise von etwa 0,9 bis 1,0 m. Länge).
Abmessungen der
Schwellen (alle Maße in mm)
Länge Breite Höhe Schwellen
Abstände
bayerische Schwellen 27,5
2,6 1,7 8,1 bis
10,3 je Verwendung**
württemb. Schwellen 28,7
2,8 1,8
8,8 bis 11,5 je Verwendung**
Fleischmann Profi 26,5
3,1 -
* 6,8
Märklin K-Gleis 29,7
2,9
2,3 7,5
Märklin C-Gleis 27,0
Peco
29,4 3,1
1,8 7,0
Pilz Elite
30,1 2,7
1,8 6,7
Roco
29,9 3,0
2,0 7,0
Roco Line
29,9 3,0
2,0 7,0
Schuhmacher
29,9
3,25 1,75
7,1
Shinohara
29,3 2,7
1,6 6,3
Schienenform und Länge der Schienen
| Schienenform |
Schienenkopfbreite |
Profilhöhe |
Schienenfußbreite |
Gewicht per / m |
Maßstäbliche Höhe |
| Bayern V |
50 |
110 |
90 |
21,96 |
1,26 |
| Bayern IX |
58 |
135 |
105 |
| |