Länderbahn Forum

 

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Sunday, 28. March 2004

 

Länderbahn Forum 4/99

 

 

Inhaltsverzeichnis:

1.    Kurz belichtet
2.    Neue Länderbahnprodukte
3.     Die bayerische B XI
4.     Signalordnung der deutschen Eisenbahnen von 1875
5.     Ihre Wunschmodelle   
6.     Die preußische T 14.1
7.     Die italienischen Länderbahnen, Teil 5: Die ersten Bahnen von 1905 bis heute
8.     Vorschlag für den Bau von Länderbahn-Modulen
9.    17. Internationale Spielwarenmesse
10.   Lesezeichen
11.   Micro-Zahnstangensystem

 

Lieber Länderbahnfreund,

Viele gute Nachrichten gibt es in dieser Ausgabe des Länderbahn Forum: Zunächst natürlich einmal zu den Bierwagenbeschriftungen. Sie werden es kaum glauben, aber sie sind endlich fertig. Das Resultat ist sehr gut geworden und ich bin mir sicher, daß viele Modellbahnfreunde hiermit bei der Neu- bzw. Umbeschriftung von Bierwagenmodellen nach bayerischen Vorbild viel Vergnügen haben werden.

Außerdem können wir mit dieser Ausgabe auf drei komplette Jahrgänge Länderbahn Forum zurück blicken. Ich bin sehr stolz auf das Resultat und hoffe, daß wir das Niveau halten bzw. weiter verbessern können. Schliesslich gibt es noch viel zu tun!

Pläne zu neuen Aktivitäten und Projekten gibt es genug. So finden Sie in dieser Ausgabe auch den Aufruf um Ihr Interesse an vorbildgerechten Weichenbau-sätzen mit zu teilen. Hier hat ein Leser die Initiative genommen um einen Schritt in diese, gute, Richtung zu nehmen. Schliesslich mußten wir bei den Gleissystemen bisher einen Kompromis eingehen und oft Gleise nach Reichsbahn- oder DB-Normen einsetzen oder den Selbstbau mit vergleichbaren Mitteln ausführen. Verbunden ist dieser Aufruf mit der Frage: Wie hätten Sie es gerne ? Wirklich vorbildgerecht und maßstabsgetreu - dan geht es in Richtung H0pur ® - diese Bezeichnung ist ein eingetragenes Handelszeichen des Willy Kosak Verlags - oder nach NEM-Norm. Wie auch immer Sie sich aussprechen werden, ich bitte Sie aktiv hieran teil zu nehmen, den von der Industrie ist auf absehbare Zeit hin kein ähnliches Produkt zu erwarten.

Eine weitere Initiative, die bereits eit einigen Heften immer wieder kurz erwähnt wird, ist das Länderbahn Modul!
Es gibt ja bereits einige Normen in diesem Bereich (FREMO, H0pur®, etc...), die Frage ist nun, wollen wir für unsere Aktivitäten auch eine Standard Modulform definieren? Wenn ich mir vorstellen, daß wir uns in zwei Jahren irgendwo im Herzen Europa’s treffen würden und unsere Module aneinander setzen würden, damit unser vorbild- gerechter Länderbahnzug durch die verschiedenen Landschaften der Staatsbahnen fahren könnte, dann wird mir ganz warm ums Herz.... Wäre das nicht der ultimative Spass? Solch ein Ansatz würde uns aus unseren Hobbykellern oder hinter unseren Computern heraus holen und wir könnten unsere Arbeiten unter einander bewundern und Methoden austauschen.

Weil für viele unter uns der Faktor Zeit oft der entscheidende Beschränkungsfaktor ist, wird es mit der Traumanlage im Kopf wohl noch sehr lange dauern. Ein Standardmodul könnte aber relativ schnell realisiert werden und hat den Vorteil daß das Resultat schnell sichtbar sein kann - ohne Abstriche an die Qualität. Ich hatte für meine Traumanlage sowieso eine Modulanlage geplant und die Voraussicht um diese Module mit anderen zu koppeln wäre schön. Gäbe es doch meinen Zügen auch die Möglichkeit einmal durch Preussische, Oldenburger oder Sächsische Landschaften zu fahren, was im kleinen schnell geschehen ist.

Wie Sie meinen voran gegangenen Zeilen entnehmen können, ich bin dafür um für uns auf dieser Ebene einen Standard zu definieren. Machen Sie mit? Einen ersten Diskussionsansatz finden Sie in dieser Ausgabe.

Und weil wir gerade beim Thema sind:

Aus der Leserumfrage ging hervor, daß der Anlagenbau doch immer mehr Bedeutung für unsere Leser bekommt. Dies ist ein interessantes Phänomen und ich denke, wir sollten hiermit etwas tun. Zum einen will ich Sie einladen, um Über Ihre Anlagenbauerfahrungen und Methoden zu berichten - schliesslich sind unter uns wirkliche Profis in diesem Bereich zu finden. Ob es nun um Land-schaftsbau, Bäume oder Gebäude geht, alles ist interessant genug um darüber zu berichten. Daneben stellt sich die Frage: Wäre es nicht an der Zeit um workshops zum Thema Anlagenbau zu planen ? Was halten Sie hiervon und wären Sie interessiert daran teil zu nehmen? Ich hoffe daß wir es schaffen auch in dieser Richtung aktiv zu werden, en die von uns gelöteten Wägelchen wollen doch auch in einer eben so schönen Landschaft auf fein verlegten Gleisen fahren, nicht wahr?

Wie auch immer, Ihre Meinung ist erneut gefragt. Und natürlich auch Ihre aktive Mitarbeit! Drei Jahre Länderbahn Forum, das bedeutet auch seit drei Jahre die Mitarbeit einer kleinen Gruppe von Modellbahnfreunden, die einen Teil Ihrer Freizeit für uns zur Verfügung stellen. Ich hoffe, daß wir im neuen Jahrtausend diese Gruppe weiter vergrößern können und deshalb bitte ich erneut um Ihre Mitarbeit, in welcher Form dann auch!

Am Ende dieses Editorials will ich Ihnen allen herzlich danken für Ihr Interesse an diesem Abenteuer “Länderbahn Forum”. Es bleibt für mich etwas ganz besonderes, auch nach drei Jahren, und jedes Heft ist eine neue Herausforderung. leider hat meine eigene Hobby-Entwicklung etwas unter dem Erfolg des LBF gelitten, aber die vielen interessanten Kontakte machen das schnell wieder gut.

Mit den besten Wünschen für das neue “Jahrtausend” verbleibe ich
Mit freundlichem Gruß aus Utrecht,

Ihr Tobias Frydman

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Kurz belichtet

Gleisselbstbau

In den letzten Tagen erreichten mich zwei weitere Zuschriften zum Thema Gleisbau, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte:


Weichenselbstbau

Diejenigen unter Ihnen, die regelmässig Hp1lesen sind mit diesem Angebot vertraut: Willy Kosak bietet eine Reihe hochwertiger Bauteile an zum Selbstbau von vorbildgerechten Weichen in H0pur ® (maßstäblich in 1:87), wobei u.a. gefräste Pertinax Schwellenroste benutzt werden. Herr Münster aus München schlägt nun vor, um dieses Prinzip auch für Länderbahnweichen zu benutzen.

Konkret schlägt er vor, um für Länderbahnweichen in Spur H0 im H0pur ® Format Schwellenroste aus gefrästem Pertinax zu erstellen, welche dann zum Nachbau von exakt vorbildgerechten Weichen benutzt werden könnten. Desweiteren wären dann natürlich auch Gußteile für die Nachbildung der entsprechenden Kleinteile ebenfalls nötig. Erhältlich wären die Bauteile dann über das Länderbahn Forum. Die Kosten für Schwellenrost und Gußteile sind natürlich stark abhängig von der entsprechenden Nachfrage bzw. Auflage, aber für einen Gesamtbausatz einer hochdetaillierten Weiche müßte man mit circa DM 100,- rechnen.

Die Fragen an Sie ist nun:

1. Haben Sie Interesse an entsprechenden Bausätzen von vorbildgerechten Länderbahnweichen ?
2. Falls ja, welche Weichenbauform hätten Sie gerne ?
3. Nach welcher Norm sollte der Bausatz erstellt werden:

- NEM
- RP25
- H0pur ®

4. Welcher Preis pro Weichenbausatz wäre für Sie akzeptabel ?

Möchten Sie sich ein Bild machen wie der Weichenselbstbau vor sich geht? Ab der Ausgabe 1/99 von Hp1 finden Sie einen ausführlichen Baubericht einer Modellweiche, die sowohl für RP25 als auch für H0pur ® geeignet ist. Daß es sich bei dem endgültigen Modell um eine Weiche der Spitzenqualität handelt spricht für sich selbst. Das Detailniveau ist unglaublich und wenn man sich das Resultat im Vergleich zu den Industriefertigweichen anschaut, dann ist der Entschluß schnell gefasst. Natürlich ist der Aufwand viele Male größer als der Kauf einer Fertigweiche, aber auch hier gilt: weniger ist manchmal mehr… und außerdem: Welche Länderbahnstation, die wir maßstäblich nachbauen könnten, hattte schon eine solche Vielzahl von Weichen, wie wir uns das manchmal in unserer Phantasie für unsere Anlage wünschen. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktion.

Schienenlänge im Bogen

Von Herrn Begau stammt die folgende Frage: Im LBF sind ja schon einige Artikel ber Gleisbau verffentlicht worden.Nun ist mir bei meinen Ueberlegungen zum Gleisselbstbau in H0 z.B. nach Länderbahnbauart eine vielleicht ganz simple Frage aufgetaucht. Vieleicht können andere Leser des LBF da weiterhelfen. Wie sind die Schienenlängen von z.B. 8m oder 12m bei der Verlegung im Bogen.Nach meiner Meinung müsste die bogeninnere Schiene doch entsprechend gekürzt werden. Oder sind die Schienenstösse auf der Doppelschwelle dann versetzt? Wenn ich mich nicht verrechnet habe ergibt sich bei 8m und 180m Radius eine Differenz von 64 mm. Ich möchte bei einem Diorama mit vorbildentsprechenden Porfillängen arbeiten und dann auch jeweils eine Doppelschwelle mit Schinenlaschen setzen. Bei unseren Modellradien werde ich die innere Schiene kürzen, aber es interessiert mich, ob dies auch beim Vorbild der Fall war.

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Neue Länderbahn-Modellbahnprodukte


SEM bringt Kleinserienmodell der sächsischen Gattung VIII V 2 (EJ 12/99). Ganz aus Messing (ätz- bzw. Feingußteilen) besteht dieses Modell, das auf Teichmannrädern seine Runden drehen kann. Der Faulhaberantrieb und das im Tender untergebrachte Wipplagerfahrwerk bietet laut EJ-Redaktion optimale Fahreigenschaften.

Zum 140 jährigen Firmenjubiläum brachte Märklin als Jubiläumszug die H0-Nachbildung eines württemberger Zugs aus der Periode um 1850. Zuglok ist die Nachbildung der Esslingen, einer Lok der Klasse III (mit Faulhaberantrieb und Digitaldekoder). Die Wagen (sowohl Personen- alsauch Güterwagen) besitzen ein Metallchassis und sind in sehr attraktiver Farbgebung (vorbildgerecht?) und Beschriftung ausgeführt. Die Gleichstromausführung ist bei Trix erhältlich. Als Ergänzungsset ist ein Equipagen und ein Pferdewagen, sowie Kutsche, Pferde und Zubehör erhältlich.

Als Exklusivmodell von Vedes/MC/Spielzeugring ist das Brawa H0-Modell eines württembergischen Personenwagen der Holzklasse (Bauart E4) in grauer Farbgebung erhältlich.

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Die Auslieferung des neuen EXKLUSIV-DOPPELBAUSATZ II des Länderbahn Forum (gebremster Güterzug-Begleitwagen, Typ J und ungebremster Großvieh-wagen, Typ O= wird nun leider nicht mehr vor dem Jahresende 1999 ausgeliefert werden. Alle Bestellungen sind vorgemerkt, ich werde Sie umgehend nach Erhalt über die Verfügbarkeit informieren. Erwartetes Lieferdatum is Februar 2000.

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Ab sofort ist es möglich um auf dem Internet über die aktuellen Beiträge des LBF online zu dikutieren. Ich möchte Sie herzlich dazu einladen. Melden Sie sich einfach bei www.onelist.com an und abonnieren Sie sich auf die unten genannte Liste:

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Einen Aufruf um finanzielle Hilfe habe ich aus Bulgarien erhalten:

Herr Boitcho Balimesov will ab Januar 2000 die erste private Eisenbahn- und Modellbahn Zeitschrift in Bulgarien herausgeben, in der die Länderbahn auch iIhren Platz finden soll. Das Redaktionsteam besteht aus einer Gruppe junger Eisenbahnfreunde.

Bevor es aber richtig los gehen kann, benötigt das Verlegerteam noch DM 150,- für die Anschaffung einer Offset-Druckmaschine. Herr Balimesov bittet nun um eine kleine Spende von den Lesern, die bitte bar (kein Scheck!) per Einschreiben im dicken Briefumschlag an ihn gesendet werden kann. Seine Postadresse ist:


                    Boitcho Balimesov,
                    Lager, Blok 42, Ap 75
                    BG-1612 Sofia
                    Bulgarien

Vielleicht können Sie unseren bulgarischen Freunden helfen!

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Die bay. B XI

von Wolfgang Hug

Die B XI war die erste vierachsige Schnellzuglokomotive in Bayern. Zwischen 1892 und 1893 wurden von Maffei und Krauss 39 Maschinen in Zwillingsausführung gefertigt. Im Zeitraum zwischen 1895 und 1900 folgte dann die etwas stärkere Verbundausführung mit Anfahrvorrichtung System Mallet, welche in einer Stückzahl von 100 Exemplaren ausschließlich von Maffei gefertigt wurden. Die B XI war mit 139 Maschinen neben der späteren S 3/6 die in Bayern am meisten gebaute Lokomotive. Mit ihren 1870 mm hohen Treib-/Kuppelrädern erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und wurde im Schnellzugdienst, später überwiegend im Personenzugdienst eingesetzt. In der Ebene erreichte die Zwillingsmaschinen bei einer Zugmasse von 200 t eine Geschwindigkeit von 75 km/h, die Verbundausführung konnte bei derselben Geschwindigkeit etwa 70 t mehr bewältigen. Zu den Besonderheiten gehörte der Einsatz der B XI zur Beförderung des Orient-Expresses auf der Strecke zwischen Ulm und Salzburg im Jahre 1900. Von der DRG sind 8 Maschinen in Zwillingsausführung sowie weitere 76 Lokomotiven in der Verbundausführung als BR 36 7-8 umgezeichnet worden. Die letzten Maschinen dieser Gattung wurden 1931 ausgemustert. Leider entging keine dieser formschönen Maschinen der Verschrottung.

Die Bayrische B XI als H0-Modell

Bereits im Jahre 1987 überraschte Fuchs mit einem Kleinserienmodell der B XI in der späteren Verbundausführung. Kessel, Rauchkammer, Dome, Schlot und Zylinder bestehen aus Weißmetall, alle anderen Teile sind aus Messing gefertigt. Der Faulhaberantrieb mit zwei Schwungmassen ist in dem vierachsigen Tender 2'2' T18 untergebracht und wirkt auf alle 4 Achsen. Die Stromabnahme erfolgt einseitig über die Tenderräder sowie über die Treib-/Kuppelräder über Kontaktfedern, die hinter den Bremsbacken versteckt angeordnet sind. Die B XI war zum Zeitpunkt ihres Erscheinens eines der detailliertesten und gelungensten Kleinserienmodelle auf dem Markt, dem man drüber hinaus eine sehr gute Anlagentauglichkeit bescheinigt. Aufgrund weiterhin bestehender Nachfrage hat sich die Fa. Fuchs entschlossen, noch einmal ca. 50 Exemplare des Modells zu fertigen. Die Neuauflage soll im Jahre 2001 ausgeliefert werden, der Verkaufspreis wird etwas über DM 2000,-- liegen. Interessenten mögen sich bald ihr Modell reservieren, da die Neuauflage bereist weitgehend vergriffen ist (Modellbau Fuchs, Ulmenstr. 11, D-82256 Fürstenfeldbruck, Tel./Fax 08141/18987).

Etwa 10 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Modelle in der Verbundversion von Fuchs kam die Zwillingsausführung der B XI von Micro in den Handel. Die Modelle entsprechen den üblichen Micro-Standards, d.h. sie sind komplett in Messing bzw. Neusilber gefertigt, die Radreifen sind aus Edelstahl. Die Kessel der Maschinen in Länderbahnausführung haben Zierringe aus poliertem Messing. Im Gegensatz zu der Verbundausführung von Fuchs befindet sich der Faulhaberantrieb von außen unsichtbar im Kessel bzw. in der Feuerbüchse der Maschine. Es wurden insgesamt 5 verschiedenen Versionen gefertigt, sowohl mit dreiachsigem als auch mit vierachsigem Tender. Neben den Standardausführungen der bay. Länderbahnen sowie der DRG wurde auch eine Serie von Maschinen in der blau-schwarzen Lackierung anläßlich der Nürnberg-er Landesgewerbeausstellung von 1896 gefertigt.

Von allen Ausführungen sind noch Modelle direkt beim Hersteller erhältlich, Abonnenten des Länderbahn-Forums erfragen die derzeitigen Konditionen direkt bei Micro Feinmechanik (Postfach 1141, D-84004 Landshut, Tel. 08784/742, Fax 08784/674)

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Signalordnung der deutschen Eisenbahnen 1875

Wer sich für historische Dokumente aus der Frühzeit der deutschen Eisenbahngeschichte interessiert, der muß sich in aller Regel auf die einschlägige Literatur verlassen, will er/sie glaubwürdige Daten finden. Aber es gibt auch noch andere Quellen. Das Archiv des DB-Museum in Nürnberg ist natürlich eine der interessantesten Quellen. Hier habe ich auch vor einiger Zeit meine Suche nach Informationen zur Geschichte der Signalordnung der deutschen Eisenbahnen begonnen. Des weiteren habe ich natürlich Sie, die Leser des Länderbahn Forum, gebeten um mir verfügbares Bild- und/oder Textmaterial zur Verfügung zu stellen. Natürlich besuche ich bei meinen Deutschland- aufenthalten auch einschlägige Antiquariate, Archive der Städte, Regionen und Bundesländer. Das vorliegende Dokument habe ich im bayerischen Hauptstaatsarchiv in München gefunden. Vergleichbare Daten finden sich aber sicherlich auch anderweitig. Woher auch immer diese Information stammt, wichtig ist es, daß sie uns erhalten bleibt für die Zukunft. Die abgedruckte Version der Signalordnung für die Eisenbahnen Deutschland datiert aus dem Jahr 1875 (genauer vom 4. Januar 1875) und ist ein beeindruckendes Zeitdokument. Bemerkenswert ist schon die Abzeichnung am Ende des Dokuments: Der Reichskanzler selbst, Fürst von Bismarck, hat diese Signalordnung für gültig erklärt. Das Eingangsdatum war der 1. April 1875 (sicherlich kein Aprilscherz) und die Bestimmungen galten uneingeschränkt für alle Eisenbahnen in Deutschland, welche auf der Normalspur betrieben wurden. Ausnahmen waren nur für die kleineren Spuren zugelassen, bzw. bedurften der Zustimmung des Reichs-Eisenbahn-Amtes.

Angesichts der großen Vielfalt der eingesetzten Mittel und der abweichenden Bestimmungen war dieses Einheits-Signalsystem für Deutschland für den innerdeutschen Grenzverkehr von großer Bedeutung.

Die vorliegende Signalordnung teilt sich in fünf Hauptgruppen auf:

    - I. Signale auf der freien Bahnstrecke
    - II. Signale auf und vor den Bahnhöfen
    - III. Signale am Zuge
    - IV. Signale des Zugpersonals
    - V. Rangiersignale
Dieser vom Reichskanzler verordnete Signalordnung für alle Eisenbahnen Deutschlands vorangegangen sind langwierige Diskussionen der einzelnen Länderbahnen. Schliesslich glaubte jede Landeseisenbahn, daß die von ihr bisher ausgeführte Signalordnung die bessere war. Auch die Bedeutung gleicher Signale und Lichtzeichen weichte so stark von einander ab, daß die Vereinheitlung dringend vorgeschrieben war, da sonst die Sicherheit des Zugbetriebs über Landesgrenzen hin nicht mehr gewährleistet waren. Aus mir vorliegenden Kopien aus Originaldokumenten geht hervor, daß vor allem die Bayern an Ihrer eigenen Signalordnung festhalten wollten. Letztendlich setzte sich aber hauptsächlich die größte deutsche Staatsbahn, die KPEV, durch. Sowohl die Signale selbst, als auch die Deutung hiervon wurde zum neuen deutschen Srtandard erklärt. Um die anderen Bahnen aber nicht völlig zu verärgern, wurden zeitlich begrenzte Abweichungen zugestanden. Hierdurch konnten abweichende Signale auch auf der Normalspur noch eingesetzt werden, wie zum Beispiel in Bayern das Ruhe/Haltsignal.

(Abdruck der Signalordnung von 1875 ist nur in der Papier-Version ersichtlich).


Eintheilung der Signale (von G. Decker, 1888 aus der Poetischen Signalordnung)

Es kommen nun Signale vor,                         Die andre Gattung von Signalen
die man nur wahrnimmt durch das Ohr.        Will besser mir wohl noch gefallen,   
“Hörbare” nennt man sie zur Stund,              Weil man Sie mit dem Aug’ erkennt;
Sie geben sich durch Töne kund.                   “Sichtbare” man Sie deshalb nennt.
Doch mögen noch so laut Sie schallen,         Und “optisch” ist das fremde Wort,
Sie werden spurlos bald verhallen.                Das Sie bezeichnet allerort.
Zu Zeiten, als es noch galt sein                     ’ne lobenswherte Eigenheit
zu sprechen Griechisch und Latein,               Ist sicher die Beständigkeit;
hat man “akustisch” sie genannt;                   Die rühmt man nach, vor allen,                     Ein Nam’, noch häufig angewandt.                Den sichtbaren Signalen.

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Ihre Wunschmodelle


Wie bereits in der Zusammenfassung der Umfrageergebnisse der Fragebogenaktion gemeldet, habe ich eine große Vielfalt an Wunschmodellvorschlägen und andere Anregungen von Ihnen erhalten.

Im folgenden habe ich eine Übersicht zusammengestellt von Modellen, welche gewünscht wurden. Es handelt sich hierbei übrigens in der Regel um Modelle in der Spur H0.

Um etwas Struktur in die Übersicht zu bringen, habe ich die Vorschläge jeweils nach Staatsbahn getrennt vermeldet, wobei ich eine Trennung nach Lokomotiven, Personen- und Güterwagen ausgeführt habe. Wie Sie sicherlich schnell feststellen werden, handelt es sich bei den Wunschmodellen oft um am Markt erhältliche Modelle. Meine Interpretation hierzu ist folgende:

a) das Modell gibt es bereits, aber es wurde noch nicht angeschafft;
b) das Modell gibt es noch nicht;
c) das Modell ist bisher nur als Kleinserienmodell erhältlich;
d) das Modell ist bisher nur als Großserienmodell erhältlich;
e) das Modell ist bisher nur als Bausatz erhältlich;
f) das Modell ist bisher nur als Fertigmodell erhältlich;

Sieht man nach der Häufigkeit der Angabe, liegen übrigens die preussischen Personenwagen (Abteil-wagen?) mit 4 Vermeldungen klar an der Spitze. Bei den Loks fällt auf, daß jede Menge bayerische und preussische Loktypen genannt werden, die eigentlich erhältlich sein sollten. Haben die Respondenten da vorzeitig Ihre Weihnachtswunschliste durchgeschickt?? Falls ja, dann muß ich Sie enttäuschen, ich bin leider nicht der Weihnachtsmann…………


So, nun aber mit dem nötigen Ernst an die Sache. Die diesjährigen Wunschmodelle sind:


Preussen (KPEV)

Lokomotiven

G 8.1, G2, P4, T2, S 3, P8, P 6, P3, G 5, S 10, T0,

Personenwagen

Preussische Personenwagen, Di pr 87 IV Klasse, 4 Fenster, C34, Mci,

Güterwagen

KPEV Gaswagen,

Bayern (K.Bay.Sts.B.)

Lokomotiven

BB II, D XI, S 3/6, S 2/5, S 2/6, S 3/5, DI, D II, D II alt , DIII , D IV, D VI, Pt 2/3, Gtl 4/4, Gtl 4/5, Pt 2/4 H, Ptl 2/2, Urglaskasten, bayr. Gueterzugloks

Personenwagen

4-achsige Abteilwagen, bayr. Postwagen von 1903,

Güterwagen

bayr Kesselwagen, bayr. Kolonialwagen, Feuerloeschwagen, kurzer Bierwagen, kurze G-Wagen,
Tiefladewagen

Sachsen

Lokomotiven

XX HV 66, IIIbt als Großserie,

Württemberg (K.W.S.T.E.)

Lokomotiven

Klasse D, Klasse G, Hh,

Personenwagen

C/C wü 20,

Güterwagen

Litera Gas,


Andere Gesellschaften und Wünsche

Bromberger Schlafwagen von 1880, KKstB 108, Rh 729, Rh 214, GOE Loks & Wagen, ET 833/834, ES 5,
Erzwagen KKSTB, Schnellzug Gotthardbahn, Sonderwagen.

Für mögliche Zukunftsprojekte des Länderbahn Forum bietet sich somit eine breite Palette an Möglichkeiten. Allerdings dürfte diese Wunschliste auch für den einen oder anderen Hersteller interessant sein, da möglichwerweise geplante Produkte de kommenden Produktionsjahres in dieser Liste auftauchen. Neben diesen Angaben zu Wunschmodellen habe ich noch viele tolle Hinweise erhalten um das LBF noch infomativer und besser zu gestalten.

Insbesondere aufgefallen sind mir die folgenden Vermeldungen:

Lieferantenbewertung von möglichen Zulieferern, Partnersuche zur Kleinserienherstellung, Marktanalyse bzgl. Absatzchancen fuer Kleinserie, Leserhinweise zu guten Betrieben (Lohnätzer, MS-Gießereien, Werkzeuglieferanten),

Hier scheint sich eine neue Generation von Klein(st)serienherstellern an zu kündigen. Oder geht's nur um private Einmalserien. Ich hoffe jedenfalls, daß die betreffenden Herren über Ihre Erfahrungen und Pläne, bzw über die daraus resultierenden Modelle im LBF berichten werden.

Des weiteren genannte wurden: Vermeldung günstiger Einkaufquellen, mehr Originalinfo, weniger H0, Bauteilebörse, Güterzugbildung in der Epoche 1, der Alltag in der Epoche 1, Zusammenstellung von Zügen, mehr Info zur Grossserie, Neufassung der Epoche 1 (1836-1924 ist viel zu lang), Info zur Digitalsteuerung.

Alles Punkte, die ich gerne in der nächsten Zukunft aufgreifen möchte. Einen Tip habe ich bereits in dieser Ausgabe aufgegriffen: Die Kleinanzeigen werden ab sofort unter Vermeldung eines Datum abgedruckt und die Anzeigen werden nach dreimaligem Erscheinen gestrichen.

Bleibt mir im Moment nur um den Respondenten auf meine Fragebogenaktion nochmals herzlich zu danken für Ihre Ideen, Hinweise, Kritik und vor allem - Ihre ermunternden Aufrufen um so weitermachen wie bisher…..

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Die preußische T 14.1
      von Ralf Winkler


Ein Wort vorweg, die Geschichte und Entwicklung der pr. T14 1 (BR 93 5-12) basiert auf der der pr. T 14 (BR 93 0-4). Da aber die Behandlung beider Baureihen hier den Rahmen sprengen würde, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eine Beschreibung der pr. T 14 nachreichen.

1918 wurden die ersten Maschinen der überarbeiteten T 14 als T 14.1 von der Union-Gießerei in Königsberg geliefert. Mit der Überarbeitung wollte man die Mängel der T 14, wie zu geringe Vorräte, die ungünstige Gewichtsverteilung (die Vorlaufachse hatte einen Achsdruck von 17,3 t und wurde damit die am stärksten belastete Achse ) und die schlechte Zugangsmöglichkeit für Pflege und Wartung beheben.

Die Vorräte erhöhte man, indem die seitlichen Wasserkästen vergrößert wurden und unter dem Kohlenkasten ein zusätzlicher Wasserkasten eingebaut wurde. Dadurch wurde der Wasservorrat auf 14 cbm gegenüber 11 cbm bei der alten Ausführung erhöht. Durch den nun eingebauten zusätzlichen Wasserkasten wurde der Boden des Kohlenkastens angehoben, wodurch die Arbeit des Heizers erleichtert wurde. Das Fahrgestell wurde vorne und hinten verlängert, dadurch stieg auch der Kohlenvorrat von 4 t auf 4,5 t.

Gleichzeitig rundete man die seitlichen Wasserkästen im unteren Teil ab, so daß zwischen Umlaufblech und Wasserkastenboden ein Spalt bestand und das Personal das Umlaufblech gefahrloser begehen konnte. Durch die genannten Änderungen erhöhte sich das Gewicht der Lokomotive derart, das sich die Achslast von vorher 17 t ( 16,9; 16,8; 14,2; 15,7; 16,7; 17,3) nun auf teilweise 19 t (19,1; 18,4; 18,4; 17,5; 15,7; 14,9) erhöhte. Positiv ist einzig, daß die Treibachse nun nicht mehr die am geringsten belastete Kuppelachse war. Man versuchte dem hohen Achsdruck der Nachlaufachse dadurch zu begegnen, indem man den hinteren Wasserkasten ausschaltete. Dadurch waren aber die Wasservorräte wieder gleich der T 14.

Im Rahmen der Überarbeitung erhielt die pr. T 14.1 auch einen Speisedom und einen zweiten Sandkasten. Dadurch konnten nun die ersten beiden Kuppelachsen je Fahrtrichtung gesandet werden. Ansonsten blieb der Kessel in seinen Abmessungen unverändert und entsprach damit weiterhin dem der pr. G 8. Auch das Fahrwerk wurde überarbeitet, so bekamen die Endachsen einen geringen senkrechten Spielraum um Ablaufberge gefahrlos befahren zu können ohne das sich die Räder vom Gleis abhoben. Die Maschinen waren für eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h zugelassen. Durch Verbesserung des Massenausgleiches konnte am 27. Juni 1933 bei der 93 543, als wahrscheinlich erste Lok ihrer Baureihe, die Geschwindigkeit auf 70 km/h heraufgesetzt werden. Das 1'D1'-Laufwerk der T 14 1 besaß vorne und hinten Bisselachsen. Gleisbögen bis zu einem Halbmesser von 140 m konnten problemlos durchfahren werden. Alle vier Kuppelräder wurden einseitig von hinten gebremst. Die T 14 1 erhielt gleich zu Anfang eine Kolbenspeisepumpe und nur eine Strahlpumpe (T 14 zwei Strahlpumpen aber keine Kolbenspeisepumpe) und war mit dem Knorr-Speisewasservorwärmer ausgerüstet, der quer oberhalb der Zylinder auf dem Rahmen lag.

Zwischen 1918 und 1924 wurden 729 Lokomotiven an die KPEV bzw. die DRG geliefert. Sieben Lokomotiven die bei Ende des 1. Weltkrieges nach im Bau waren, mußten 1919 an die PKP abgegeben werden. 20 Maschinen wurden 1921 von Esslingen an die Württembergische Staatsbahn geliefert. 1922 kamen nochmals 15 maschinen hinzu. Auch wenn die Württembergische Staatsbahnen zu diesem Zeitpunkt schon in die DRG aufgegangen war, wurden doch alle Maschinen mit württembergischen Betriebsnummern geliefert. Die 1923/1924 gelieferten Maschinen waren Nachbestellungen der DRG und die Betriebsnummern 93 904 bis 93 1261. Alle verbliebenen, bis auf die sieben genannten Lokomotiven, T 14 1 wurden umgezeichnet und wurden als BR 93 5-12 mit den Nummern 93 501 bis 93 1261 bezeichnet. Nach der Besetzung Polen's sind die dort aufgefundenen T 14 1 als 93 1262 - 93 1264 eingereiht worden. Die 1923 gelieferten T 14 1 wurden mit den Bahnnummern 57 998 -57 1060 bestellt. Für die T 14 1 war im 1. Umzeichnungsplan von 1923 noch die BR 57 vorgesehen.

Es wurden insgesamt 768 pr. T 14 1 geliefert. Der Bestand der DRB veränderte sich bis zur Einreihung der drei Lokomotiven aus Polen nicht. Erst 1943 wurden durch den Krieg 10 Maschinen ausgemustert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieben 444 der BR 93 5-12 in den drei allierten Westzonen. In der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) standen 172 Maschinen. Bei der DB kam es bis 1956 zu keinen nennenswerten Ausmusterungen der BR 93 5-12. Erst 1957 wurden 124 Maschinen ausgemustert, so das am Ende des Jahres 1957 noch 295 Maschinen zum Bestand gehörten. 1959 waren es sogar wieder 2 mehr, nämlich 297 Lokomotiven. Bis 1965 reduzierte sich diese Zahl dann auf 33 Stück. Die letzte T 14 1 bei der DB war die 93 526 (093 526-2) die am 23.08.1969 z-gestellt und am 11.12.1968 ausgemustert wurde (diese Lokomotive blieb der Nachwelt erhalten und steht heute im Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt Wirsberg.

Ein Wort noch zur z-Stellung. Eine z-Stellung bedeutete, das die Maschine aus dem Erhaltungsbestand ausschied, also keinem AW mehr zugeführt werden durfte. Es bedeutete jedoch nicht, das sie aus dem Betriebsmaschinendienst genommen und abgestellt wurde.

Auch bei der DR begann man Anfang der 60er Jahre mit der Ausmusterung der T 14 1. 1971 wurde die letzte betriebsfähige T 14 1, die 93 2916-0 (93 916) abgestellt und 1972 ausgemustert. Kurioserweise wurde erst 1973 bei der DR die letzte T 14 ausgemustert. Damit hatte sie ihre Nachfolgerin noch überlebt.

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Die italienische Länderbahn Geschichte, fünfte Periode: von 1905 bis heute. Die Ferrovie Dello Stato (FS)- Erster Teil

Von Dr. Fabio Peluso/Italien


Mit dem Gesetz Nr. 137, welches am 22. April 1905 erlassen wurde, erhielt die öffentliche Hand die direkte Verantwortlichkeit für die Teile der italienischen Eisenbahnen, welche noch nicht and private Gesellschaften überlassen wurden. Am 15. Juni des gleichen Jahres wurde per Dekret die Ferrovie dello Stato (FS) ins Leben gerufen, welche unter der Verantwortlichkeit des Ministeriums für öffentliche Angelegen-heiten gestellt wurde.

Mit dem Erlaß dieses Dekrets hörten die Gesellschaften Rete Adriatica (RA), Rete Mediterranea (RM) e Rete Sicula (RS) formell auf zu bestehen. Bis zum Jahr 1906 hatte die RM allerdings noch ein Schienennetz von 2,200 km unter eigener Regie.

Zum ersten July 1905 besaß die FS insgesamt 10,518 km Schienennetz (die geplanten und im Bau befindlichen Trajekte nicht mitgezählt), sowie 2667 Lokomotiven (sowie zwei kleine Betriebswerkloks, drei Dampfmobilen und etwa 20 E-Lokomotiven). Diese Lokomotiven waren wie folgt eingeflossen von der

RA     877 Lokomotiven
RM    1,619 Lokomotiven
RS    171 Lokomotiven

Dieser Lokomotivenpark war ursprünglich in 88 unterschiedliche und sehr auseinanderlaufende Typengruppen eingeteilt worden. Einer der stärksten Loks dieser Bestände war die 450RM, spätere Gr 750 FS, welche nicht weniger dann 1000 CV hatte.

Die Struktur der italienischen Dampflokomotiven was schon seit der Periode von vor 1880 so harmonisch, da die gesamte Entwicklung der Loks den beiden Entwicklungszentren Ufficio d'Arte der SFAI in Turin und derUfficio Studi der RA in Florenz zugeteilt wurde. Die Kons-truktionen der Lokomotiven wurden von verschiedenen italienischen und europäischen Entwicklern ausgearbeitet, weshalb es möglich war, daß innerhalb einer Baureihe, je nach Entwickler oder Hersteller, unterschiedliche Modelle entstanden.

Eine der ersten Entscheidungen, welche die neue Staatsbahndirektion traff, war die Integration der beiden Entwicklungszentren am Standort Florenz. Und eine der ersten Maßnahmen dieser neuen Dienststelle war die Außerdienststellung der ältesten Dampflokomotiven, beginnend mit der Gruppe der einachs angetriebenen Lokomotiven.

Dannach begann das Personal dieses neuen Entwicklungszentrum mit einer Vereinheitlichungseinteilung der verschiedenen Loktypen innerhalb einer Baureihe, wobei Kriterien wie Anzahl der Achsen, vergleichbare Leistung, gleicher Raddurchmesser zur Neugruppierung dienten. Außerdem wurden Neuentwicklungen und Ihre Kennmerkmale in diese Überlegungen mitgenommen.

Unter den ersten Neubauprojekten der FS befanden sich die Baureihen Gr 600, Gr 400, Gr 630, Gr 670 die berühmte "Kuh" - die italienische Version mit vornliegendem Führerhaus), Gr 910 (Tenderlok) und die 680 and 685, möglicherweise die besten Dampf-lokomotiven, welche jemals von der FS gebaut wurden. All diese Maschinen besaßen einen Compound-Antrieb und waren ursprünglich vom ehemaligen Entwicklungsbüro in Florenz
vorgeschlagen worden.

Die Situation bei der FS wurde 1906 noch komplexer, als weitere 2,282 km in das Schienennetz einverleibt wurden und weitere 411 Dampflokomotiven in den Bestand aufgenommen wurden, womit die Gesamtzahl auf 3,836 Lokomotiven anwuchs.

Hierdurch mußte die bereits ausgeführte Neueinteilung der bestehenden Baureihen erneut angepasst werden. Was für den Historiker überraschend ist, daß dieser Fakt in keinem der vorhandenen offiziellen Dokumenten der FS erwähnt wird. Das wohl bekannteste Vorbild dieser Anpassung ist die Baureihe Gr 670,. Diese Lok hatte ursprünglich die Baureihennum-mer Gr 690 (mit den Betriebs-nummern 6901 bis 6931). Im Jahr 1907 wurde diese Lokomotiven in die Baureihenbezeich-nung Gr 670 (mit den Nummern 6701 bis 6731) eingeteilt. Dieses Vorbild zeigt an, daß Baureihen-typen, welche im Jahr 1905 bestanden, entweder später verschwanden oder in neue Lokklassen eingeteilt wurden, wobei auch eine Neunummerierung statt fand. Dies führte dazu, daß Betriebsnummern, welche bereits im alten Baureihenschema verteilt waren, erneut benutzt wurden zur Identifikation von anderen, bzw. neuen Baureihen.

Zur Vervollständigung der Konstruktionsphilosophie der Ufficio Studi di Firenze sei noch erwähnt, daß der Compound-Antrieb als Standardantrieb für alle neuentwicklungen aus diesem Haus gewählt wurden. Um die Leistungskraft dieser Maschinen zu erhöhen, wurde der maximale Kesseldruck erhöht auf 16 bar für Compoundantriebe und auf 12 bar für normale Heißluftmaschinen.

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Vorschlag für den Bau von Länderbahn Modulen

Wie in der Einleitung bereits geschrieben, gibt es inzwischen eine Reihe verschiedener Ansätze für den Bau von Eisenbahnanlagen in Modulform. Ziel dieser Normen ist es, die Kompatibilität zwischen den unterschiedlichen Modulen zu garantieren. Dies bedeutet in der Regel, daß die Lage der Schien(n) an den beiden Enden des jeweiligen Moduls an exakt der gleichen Stelle und Höhe liegt. Dies bedeutet allerdings nicht nur, daß die Schienenlage festgelegt wird, aber auch die Topografie des Moduls. In dieser Hinsicht kann man dies zunächst als Einschränkung der eigenen Kreativität im Anlagenbau gesehen werden, aber wer richtig Betrieb machen will über eine Vielzahl von Modulen muß eben an bestimmte Bedingungen Gehör geben. Auf der folgenden Seite finden Sie eine kurze Beschreibung einiger Modulansätze:


1. Was ist FREMOdul?

FREMOdul kann vielerlei sein, nämlich...

    · ein Diorama mit allen gestalterischen Möglichkeiten
    · ein Stück Modellbahn, daß dank genormter Enden mit anderen FREMOdulen zusammenpaßt
    · ein transportables Anlagenstück, das zu Treffen und Tagungen mitgenommen wird
    · Teil einer Großanlage mit interessantem Betrieb
    · eine prima Übungsmöglichkeit vor dem Bau der eigenen Großanlage
    · die Antwort auf die Klage: "Kein Platz für eine Anlage".

Das ist typisch für FREMOdul:

    · freie Geometrie
    · Unterscheidung zwischen Bahnhöfen und freier Strecke
    · eingleisige Streckenführung (= interessanter Betrieb)
    · richtige Höhe für Betrieb im Stehen
    · Fahrplanbetrieb mit walk-around control
    · kein Kreisverkehr


Allgemeine Grundsätze

Unsere Module stellen meistens eine eingleisige Strecke dar.
Jedes Modul über 500 mm Länge muß selbstständig auf Füßen stehen.
Jedes Modul soll mit dem Namen des Erbauers und Besitzers gekennzeichnet sein.
Straßen und Wasserläufe sollen nicht in Gleisrichtung bis zu den Endprofilen geführt werden, da die fehlende Weiterführung auf dem Nachbarmodul störend wirkt.
Es wird empfohlen, auf jedem Modul nur eine 'besondere' Situation darzustellen, so kommen diese besser zur Geltung und machen sich nicht gegenseitig Konkurrenz.

Zubehör für Betriebsstellenmodule

Betriebsstellen sollten unbedingt mit mindestens einer Leiste am Modulkasten versehen sein, die die Wagenkarten, der sich dort befindlichen Wagen aufnehmen kann. Besser ist es, für jedes Gleis eine separate Ablagemöglichkeit zu haben.
Darüberhinaus braucht man eine Ablagefläche für Frachtaufträge, den Handregler, überzählige Wagen oder Loks, Ladungseinsätze, Bier- bzw. Wasserglas oder Kaffeetasse, eine Halterung für die Bahnhofsuhr und den Fahrplan bzw. Bahnhofsfahrordnung. Beim Treffen sollte man einen Gleisreinigungsgummi dabei haben und die Schienen vor der Betriebssitzung reinigen.

Anmeldung und Registrierung

Ist das Modul fertig, so soll der FREMO Kenntnis darüber erhalten.
Dazu sollte eine 1:10 Zeichnung des Moduls eingereicht werden. Betriebsstelleninhaber sollten zusätzlich ein Bahnhofsdatenblatt beizulegen, aus dem die Ladestellen, die Gleisnutzlängen und die gedachte oder vorbildgemäße Wirtschaftsstruktur der Betriebsstelle ersichtlich sind.

Aufbau des Arrangements

Aufgrund der übermittelten Zeichnungen und sonstigen Informationen stellt der Koordinator eines Treffens das Arrangement zusammen und legt eine Skizze im Raum aus. Die ankommenden Teilnehmer werden eingewiesen und bauen ihre eigenen Module auf und richten die Höhe grob ein. In dieser Phase sollten die verschiedenen Module noch nicht zu größeren Einheiten verbunden werden. Der Koordinator wird eine Stelle, zumeist einen Schattenbahnhof oder eine größere Betriebsstelle als Ausgangspunkt für den Aufbau festlegen, der nicht mehr verändert werden sollte. Nun werden die einzelnen Module und Modulgruppen entsprechend dem Plan aneinandergefügt. Streckenmodule, insbesonders Bögen werden manchmal zunächst nicht eingeplant, sondern zum Ausgleich von Fehlern in den Zeichnungen als Reserve behalten. Nachdem die kritischen Punkte (Pfeiler, Türen und Fenster) gemeistert sind, verbleibt meist ein freier Streckenast, wo dann diese Module noch eingebaut werden können.


2. Modulnorm der Schweinfurter H0pur®-Freunde

1. Einleitung

Die in diesem Handbuch vorgestellte Modulnorm ist bei den Schweinfurter H0pur®-Freunden (ein lockerer Freundeskreis, ohne Ambitionen einen eigenen Verein zu gründen) in Anlehnung an die BNF-N-Modulnorm entstanden und basiert auf bisher gemachten Erfahrungswerten.

Es stellt eine erste Diskussionsgrundlage dar, in die im Bedarfsfall Anregungen und konstruktive Kritik einfließen werden. Die Angaben in Doppelklammern ((...)) dienen als Gedächtnisstütze und bedürfen noch der Ausarbeitung.

Das Handbuch ermöglicht allen interessierten Modellbahnern, überregional austauschbare Module in der H0pur®-Norm zu erstellen, um damit an Modultreffen, z. B. des FREMO e.V. teilnehmen zu können.
Das Handbuch wendet sich in erster Linie an den Modellbauer, der schon Erfahrungen besitzt. H0pur® stellt die exakte Umsetzung des Originals im Maßstab 1:87 dar. Um den Ansprüchen dieser Norm gerecht zu werden, sind die Maßvorgaben genauestens einzuhalten, der Grundradius ist möglichst nicht zu unterschreiten. Module außerhalb dieser Norm, deren Funktionsfähigkeit gewährleistet ist, können mittels Schraubzwingen an Normmodulen befestigt werden. Es ist also nicht so, daß sich verschiedene Modulsysteme gegenseitig ausschließen müssen (gilt nur für Streckenmodule ohne Weichen).

Da es kaum zu erwarten ist, daß sich ein Großserienhersteller H0pur® zuwenden wird, ist weitgehender Selbstbau angesagt. Handwerkliches Können und ein gutes Maß an Fingerspitzengefühl sind Voraussetzung zum Bau und Betrieb von H0pur®-Modellen.

Für zusätzlichen Erfahrungsaustausch via Internet steht zwischenzeitlich auch eine H0pur®-Mailingliste zur Verfügung. Interessenten können sich gegebenenfalls hier anmelden und eintragen lassen.

2. Thema und Gestaltung

Ausführung und Thema der Module ist jedem Erbauer freigestellt. Die Module sollten jedoch so gestaltet sein, daß in einem Modul-Arrangement, das eine eingleisige nicht elektrifizierte Haupt- oder Nebenbahn der DB am Rande eines Mittelgebirges oder im Flachland zur Sommerzeit in der Epoche III zum Thema hat, keine groben Widersprüche auftreten. Es sind auch Module nach Vorbildern anderer Bahnverwaltungen und Epochen zulässig.
Der Landschaftsunterbau sollte im Bereich der Endprofile zur Erhaltung der Profilform möglichst dünn sein. Die fertig gestaltete Oberfläche soll dort die Farbtöne des Spätsommers beziehungsweise Frühherbstes aufweisen. Wir verwenden hierfür Silflor®-Material ((z. B Art.-Nr. 720-22, Wiese Sommer)). Wie man mit diesem Material arbeitet, kann in Heft 6 der Zeitschrift "Hp1 - Eisenbahnmodellbau heute" nachgelesen werden.
Straßen und Wasserläufe sollten nicht in Gleisrichtung bis zu den Endprofilen geführt werden, da die fehlende Weiterführung auf dem Nachbarmodul störend wirkt. Telegrafenmasten dürfen aufgestellt werden.
Eine Hindergrundkulisse wird nicht verwendet.

3. Modulkasten und Abmessungen

3.1 Modularten und -formen

Wir unterscheiden Streckenmodule und Betriebsstellenmodule. Sonderformen sind Abzweigmodule und Schattenbahnhöfe. Die Module können von einem Erbauer oder einer Arbeitsgruppe oder gegebenenfalls mehrteilig mit privaten Schnittstellen gebaut werden. Die Module können beliebige Längen haben. Sie können einen geraden oder gebogenen Gleisverlauf aufweisen. Auch darf die Modulbreite variiert werden. Für Schattenbahnhöfe empfehlen sich zweckmäßigerweise sogenannte "Fiddle-Yards".
Zur Planung von Modultreffen muß eine 1:10-Skizze des Moduls vorhanden sein. Diese Modulskizzen sind beim Modulkoordinator einzureichen. Unabhängig davon sollten neue Module zur Erstellung einer Modulübersicht bei Udo Böhnlein gemeldet werden. Jedes dieser erfaßten Module erhält eine eigenständige Nummer, die zur Anmeldung bei künftigen Treffen anstelle der oben erwähnten Skizze genannt werden kann.
Um bei Zusammenkünften sinnvollen Fahrbetrieb realisieren zu können, sollten Besitzer von Betriebsstellen- oder Abzweigmodulen beziehungsweise Schattenbahnhöfen nach Möglichkeit auch Streckenmodule in der gleichen Länge mitbringen.

3.2 Modulkasten

Der Modulkasten besteht aus den genormten Endprofilen, den (beliebigen) Längsprofilen, dem Trassenbrett und den Querspanten. Leichte, verzugfreie Werkstoffe - z. B. Sperrholz - sollten verwendet werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, daß der Rahmen verzugfrei hergestellt wird, d. h. daß er auf einem ebenen Tisch plan aufliegt. Die Endprofile müssen exakt senkrecht stehen. Das Trassenbrett mit Bettung wird so zwischen die Endprofile eingepaßt, daß die Schienenoberkante 54 mm über dem mittleren Schraubenloch liegt. Daraus ergibt sich eine unterschiedliche Bettungshöhe, je nach dem verwendeten Gleismaterial.
Es empfiehlt sich, die Schraubenlöcher erst nach der Gleisverlegung zu bohren, damit die Maße exakt eingehalten werden können. Die Verbindung der Module erfolgt mit drei Schrauben M6 mit Beilagscheiben und Flügelmuttern. Je ein Verbindungssatz ist vom Modulbesitzer mitzubringen.
Sämtliche Außenflächen sind schwarzbraun (Marabu Nr. 045) zu lackieren. Jedes Modul ist mit dem Namen des Erbauers beziehungsweise Eigentümers sowie der Modulnummer zu kennzeichnen.

3.3 Endprofil

Die Module sind an den Enden mit den genormten Endprofilen zu versehen.
Eine Abweichung der Modulbreite (größer oder kleiner als 500 mm) ist möglich. In Sonderfällen, z. B. Abzweigstellen, wird durch eine größere Breite die freizügige Verwendbarkeit der Module eingeschränkt. Dies sollte jedoch nicht zur Regel werden.
Die Profile sind gemäß der Vorlage im Anhang aus etwa 10 mm starkem Sperrholz anzufertigen. Entsprechend gefräste Profile sind ebenfalls lieferbar (siehe Anhang).

 


3.4 Modulhöhe

Die Nennhöhe der Module beträgt zwischen der Schienenoberkante und dem Fußboden 1.300 mm.

3.5 Modulfüße

Jedes Modul über 500 mm Länge soll auf eigenen höhenverstellbaren Füßen stehen.
Diese sind so auszuführen, daß die geforderte Modulhöhe von 1.300 mm bei Bodenunebenheiten einjustiert werden kann. Dazu sind Schraubfüße mit einem Ausgleich von mindestens 10 mm vorzusehen.
Das Untergestell sollte durch Diagonalen verstrebt werden, so daß das Modul wackelfrei steht.
Ein Konstruktionsvorschlag findet sich hier:

Literaturhinweise

Nachfolgend finden Sie eine kleine Liste mit Hinweisen zu Publikationen zu diesem Thema. Die Hinweise beschränken sich auf die mir bekannten Publikationen und sind absolut nicht umfassend. Es gibt auch von anderen Herausgebern sicher interessante Literatur hierzu

Miba Spezial 26, Module und Segmente, November 95
Miba Spezial 28, Kompakte Anlagen pfiffig geplant, Mai 96,
Miba Spezial 41, Perfekte Anlagenplannung, August 99

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Internet Links

Fremo        http://www.fremo.org/

Udo Böhnlein (H0pur ®)http://members.tripod.de/udoboe/index.htm


Wie geht es jetzt weiter? Ich schlage vor, daß Sie sich hierzu Ihre Gedanken machen und mir Ihre Wünsche, Reaktionen und Meinungen zukommen lassen. Ich möchte auch gerne das Internet zum Diskussionsaustausch benutzen und lade Sie deshalb zum chat auf dem Internet ein:

Unter der Adresse www.onelist.com finden Sie die Liste LBF@onelist.com Mittels dieser Liste können Sie auf dieses Thema eingehen. Bitte machen Sie Gebrauch von dieser einfachen Methode des Meinungsaustausches

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17. Internationale Modellbahn-Ausstellung in München

Die 17. Internationale Modellbahn-Ausstellung fand in der Zeit vom 27.11. bis 5.12. auf dem Messegelände der Neuen Messe München im Rahmen der Heim- und Handwerkausstellung statt. Nahezu alle namhaften Modellbahnhersteller nutzten diese Gelegenheit, ihre Produkte nicht nur ihrer Klientel, sondern auch einem breiteren Publikum, welches vielleicht eher zufällig in die Messehalle kam, vorzustellen. Auffällig war auch das Bemühen einzelner Firmen, auf der Messe speziell Kinder anzusprechen.

Bei den Präsentationen standen natürlich die Modelle aus der laufenden Produktion im Vordergrund, Neuheiten bleiben bis auf wenige Ausnahmen nach wie vor der Spielwarenmesse in Nürnberg vorbehalten. Trotzdem wurden einige Neuheiten angekündigt, wie z.B. die kleine Gölsdorf KKStB Serie 112 von Hammerschmid in der Spurweite N, welche im Preis sogar etwas über der H0-Schwester liegen soll. Von letzterer wurden alle Versionen auf dem Micro-Stand gezeigt, ebenso wie die Serie 109 der österreichischen Südbahn. Diese Modelle kommen im nächsten Jahr zur Auslieferung. Von Gützold ist die BR 19 'Sachsenstolz' in einer einmaligen Auflage zur Fertigung vorgesehen. Der Ladenverkaufspreis soll bei etwa DM 600,-- liegen.

Einige der in München gezeigten Neuheiten der diesjährigen Spielwarenmesse dürften bei Erscheinen dieser Ausgabe des Länderbahn-Forums bereits an den Fachhandel ausgeliefert sein, so z.B. die BR 70 von Fleischmann, die KKStB 310 von Roco oder die zweiachsigen Württembergischen Wagen mit Achsstand 8 m von Brawa in DRG-Ausführung. Der 4. Klasse-Wagen in grauer Lackierung wird in einer einmaligen Auflage über die Vedes-Spielwarengeschäfte vertrieben. Am Brawa-Stand war allerdings zu erfahren, daß sowohl die T 3 als auch alle weiteren zweiachsigen Personenwagen nächstes Jahr in Länderbahnausführung gefertigt werden.

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Lesezeichen

Eisenbahn Journal 11/99

Umbau eines Fleischmann Rungenwagen. Unser Author Jacques Timmermans beschreibt in dieser Ausgabe den Umbau eines Großserienmodells in vorbildgerechte Varianten der KPEV und der bayerischen Staatsbahn. Der Artikel beschreibt ausführlich die Bauschritte und gibt deutliche Hinweise zu den benötigten Bauteilen. Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Eisenbahn Journal 12/99

Der Selbstbau eines preußischen Empfangsgebäude (in Spur N) wird im EJ 12/99 beschrieben. Wer auf seiner KPEV-Anlage noch ein Unikat sucht, kann dies auf Basis dieser Anleitung schnell selbst realisieren.

Hp1 4/99

Daß das neue Hp1 wieder randvoll interessanter Neuheiten und Informationen steht, spricht inzwischen für sich selbst. Besonders interessant ist ein Beitrag zum Thema "Selbstätzen". In dem ausführlichen Artikel werden die Vor- und Nachteile des Selbstätzen, sowie die einzelnen Schritte des Ätzvorgangs ausführlich beschrieben. Für Sachsen-Freunde besonders interessant ist die Baubeschreibung einer IV K in der Spurgröße IIe.

Hp1 1/2000

Die aktuelle Ausgabe bietet neben vielen interessanten Artikeln die ausführliche Umbaube- schreibung eines Roco SS15 in einen bayerischen Schienenwagen des Typs 366. Die Anleit-ung stammt aus der Feder unseres Authors Jacques Timmermans und bietet vor allem den- jenigen eine Anleitung die nicht unbedingt auf Messingmodelle stehen.

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Micro-Zahnstangensystem 1:87

von Wolfgang Hug

Seit einigen Wochen ist das Zahnstangensystem von Micro erhältlich. Nachdem in der vorletzten Ausgabe des Länderbahn-Forums ausführlich die Zahnradlokomotive der KKStB Serie 269 vorgestellt wurde, soll in diesem Nachtrag das dazu passende Zahnstangensystem behandelt werden. Wie bereits berichtet ist die Zahnstange für das ROCO-LINE Gleissystem mit 2.1 mm Profilhöhe ausgelegt und ist in einer Grundpackung für DM 268,-- sowie in einer Erweiterunspackung für DM 198,-- erhältlich. Die Grundpackung enthält Zahnstangenstühle und Zahnstangenele-mente für einen Meter Zahnstangenstrecke, je ein Zahnstangenein- bzw. Ausfahrtstück, Bohr- und Modullehre sowie Bohrer und Klebstoff. Die Erweiterungspackung enthält Zahnstangenstühle und Zahnstangenelemente für einen Meter Zahnstangenstrecke sowie Klebstoff.. Alle Zahnstangenelemente sind komplett in Messing gefertigt.

Zahnstangenmontage

Nachfolgend einige Bemerkungen zur Montage. Zuerst werden die Schwellen mit der beigefügten Schablone mittig gebohrt. Diese paßt exakt zwischen die Schienenprofile, jedoch ist die eingepreßte Hülse zur Füh-rung des Bohrers mit 2,5 mm etwas zu kurz, außerdem liegt die Lehre auf den Schienenfüßchen und nicht auf der Schwelle auf. Es wird deshalb empfohlen am besten mit einer kleinen Ständerbohrmaschine oder aber mit einer entsprechenden Vorrichtung exakt senkrecht zu bohren um zu gewährleisten, daß das Loch mittig in der Schwelle sitzt. Außerdem sollte mit einem Bohrer Ø 1.6 anstelle des mitgelieferten Bohrers Ø 1,5 gebohrt werden.

Die Zahnstangenstühle können anschließend auf die Schwellen geklebt werden. Dabei wird jedoch empfolen, jeweils den ersten und letzten Zahnstangenfuß einer Zahnstangenlamelle exakt mittig einzukleben und die dazwischenliegenden Zahnstangenfüße vorerst ohne Kleber einzusetzen. Die Zahnstangenstühle weisen zwei Aussparungen auf, in welche die beiden Zahnstangenprofile eingesetzt werden. Falls an einigen Stellen die Lamellen nicht fluchten, kann das Loch in der entsprechenden Schwelle vergrößert werden. Außerdem ist sicherzustellen, daß sich in den Schlitzen zur Aufnahme der Lamellen keine Gußrückstände befinden. Dann erst werden die Zahnstangenfüße eingeklebt, es bleiben etwa 5 Minuten zu Ausrichtung bis der im Lieferumfang enthaltene Zweikomponentenkleber fest wird und keine Korrektur mehr möglich ist. Der Stoß zweier benachbarter Lamellen sollte in der Mitte des gemeinsamen Zahnstangenfußes vorgesehen werden.

Mit der Modullehre erfolgt die Ausrichtungen der beiden Zahnstangen zueinander sowie die Ausrichtung der Anschlußlamellen. Im Gegensatz zum Vorbild sind die beiden Zahnstangenlamellen nicht um den halben Zahnabstand gegeneinander versetzt sondern verlaufen parallel. Besondere Sorgfalt ist bei der Montage der Zahnstange im Gleisbogen gefordert, da ein Verlegen des Zahnstangenpaares genau in der neutralen Linie des Gleisbogens erforderlich ist. Eventuell ist ein Biegen der Zahnstangenlamellen entsprechend dem neutralen Gleisradius von Vorteil. Bei der Ausrichtung der Anschlußlammellen im Gleisbogen ist zu berücksichtigen, daß aufgrund des relativen Abstandes der beiden Lamellen zueinander das Bogenmaß der äußeren Lamelle bei einem Vollkreis mit Radius 888 mm 6,3 mm länger als das der inneren Lamelle ist. Bezogen auf die Länge der Zahnstangenlamellen von 200 mm bedeutet dies, daß eine Längendifferenz von 0,2 mm kompensiert werden muß, was natürlich nur im Übergang zum nächsten Zahnstangenelement möglich ist.

Abschließend werden am Anfang und am Ende des Zahnstangenabschnitts noch die beiden Einfahrt- und Auslaufstücke montiert. Dies sollte nach Möglichkeit auf einem geraden Gleisstück erfolgen.

Betrieb mit der KKStB 269

Mit den ursprünglich von Micro ausgelieferten Zahnstangeneinfahrten konnte es vorkommen, daß die Kurbeln bzw. die Kuppelstangen des Zahnradinnentriebwerks der KKStB 269 im unteren Totpunkt auf dem U-förmigen Ein-/Ausfahrprofilen aufsaßen und die Lokomotive leicht angehoben wurde. Zwischenzeitlich wurde dies jedoch vom Hersteller geändert. Mit den neuen Einlaufstücken dürfte die Einfahrt in die Zahnstange problemlos möglich sein.

Betrieb mit der PtLz 3/4

Beim Zahnstangenbetrieb mit der PtLz ¾ kann es u.U. zu Problemen kommen. Einige Lokomotiven kletterten auf der Seite in Fahrtrichtung hoch. Grund dafür ist die Tatsache, daß beide Zahnräder fest auf den Reibungsachsen sitzen und deshalb das vordere Zahnrad je nach der relativen Ausrichtung zum Kurbelbolzen aufgrund der zusätzlichen Kupplung über die Kuppelstangen nicht exakt in die Zahnstange greift. Ich habe das vordere Zahnrad von der Achse abgezogen und die Bohrung etwas aufgerieben, so daß sich das Zahnrad auf der Achse lose drehen läßt. Mit zwei 3.5 mm langen Ms-Buchsen wurde das Zahnrad in der Mitte der Achse fixiert. Nach dieser Abhilfe war ein Zahnstangenbetrieb problemlos möglich. Auch bei dieser Beanstandung hat der Hersteller umgehend reagiert. Für die Besitzer der PtLz ¾, die Probleme mit dem Zahnstangenbetrieb haben sollten, bietet die Fa. Micro Feinmechanik (Postfach 1141, D-84004 Landshut, Tel. 08784/742, Fax 08784/674) eine Austauschachse mit lose aufgeschobenem Zahnrad an. Bei der Bestellung sollte die gewünschte Farbe der Räder (grün, schwarz oder rot) angegeben werden.